17. April 2020 | Friedrichshafen
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Ein gutes Jahr Palliativteam Bodensee

„Wir haben viel Zeit für unsere Patienten“

Das Bild entstand Anfang März 2020 und zeigt das SAPV-Team (von links): Alexandra Bernhard, Beate Röhrle, Simone Meisert, Jürgen Sachsenmaier, Ines Göser und Margarete Boie. Bild: MCB
Das Bild entstand Anfang März 2020 und zeigt das SAPV-Team (von links): Alexandra Bernhard, Beate Röhrle, Simone Meisert, Jürgen Sachsenmaier, Ines Göser und Margarete Boie.
Bild: MCB

Vier unauffällige Fahrzeuge stehen dem SAPV-Team seit Anbeginn zur Verfügung. Die Autos sind ganz bewusst - mit Rücksicht auf die Patienten und deren Angehöriger – nicht beklebt. Das hat aber auch einen Nachteil, verrät Beate Röhrle augenzwinkernd: „Mit Beschriftung könnten wir den einen oder anderen Strafzettel wegen Falschparken vielleicht vermeiden“.

Vierköpfiges SAPV-Team

Die wöchentliche Mittwochsrunde im Büro, im bunten Ärztehaus auf dem MCB-Gelände in Friedrichshafen, setzt sich unterschiedlich zusammen. Mit dabei ist immer das vierköpfige SAPV-Team, dazu kommen der ärztliche Leiter Dr. Matthias Weng sowie die Palliativmediziner, die in der aktuellen und der kommenden Woche Dienst haben und der Klinikseelsorger Dr. Borne.    

Aktuell 25 Patientinnen und Patienten

Aktuelle begleitet das SAPV-Team 25 Patientinnen und Patienten im Bodenseekreis, rund zwei Drittel davon im Altkreis Überlingen. Die sterbenskranken Männer und Frauen sind zwischen 20 und 100 Jahre alt, haben kardiologische, onkologische, pneumologische oder neurologische lebensbeendende Erkrankungen.

"Viel Zeit für unsere Patienten"

Wie gut, dass jedes Teammitglied ein Auto hat – die Kilometerzähler legen Zeugnis von den Entfernungen im Kreis ab. Zwischen 12.000 und 23.000 Kilometer haben die SAPV-Autos nach einem Jahr auf dem Tacho – es wären mehr, wenn das Team nicht so umsichtig planen würde. Weil es das tut, weil jede der vier Frauen ihren Tag und ihre Tour selbst planen kann, „haben wir viel Zeit für unsere Patienten“, erklärt Ines Göser. Die Zeit für die Patienten ist mindestens so wichtig, wie die Zeit und das offene Ohr für die Angehörigen. „Türgespräche“ nennen die Fachfrauen es, wenn die Angehörigen sie „an die Tür“ bringen und das Gespräch dort oder am Auto dann auch mal eine halbe Stunde dauern darf. „Diese Gespräche brauchen Freiraum und den haben wir“, macht Beate Röhrle deutlich, die lange bei der Sozialstation Markdorf arbeitet.

214 Jahre Lebenserfahrung

48, 54, 55, 57 – 214 Jahre Lebenserfahrung bringen Simone Meisert (Teamleitung seit dem SAPV-Team-Start), Beate Röhrle (seit 1. April 2019 dabei), Ines Göser (von Anfang an dabei) und Alexandra Bernhart (seit 1. April im Team) mit. „Jede von uns ist besonders, aber als Team ziehen wir an einem Strang“, fasst Simone Meisert zusammen und Jürgen Sachsenmayer, der das Team im Auftrag des MCB begleitet ergänzt: „Es ist ein gutes Team, aber alle vier sind Einzelkämpferinnen bei den Patienten“. Zum Team gehört auch Margarete Boie, seit November 2019 unterstützt sie im Büro administrativ.

Langjährige Berufserfahrung

Lebenserfahrung ist wichtig für ihre Arbeit, aber natürlich auch die langjährige Berufserfahrung. Auf die setzen auch die sieben Palliativärzte im Bodenseekreis. Einer hat immer Dienst, ist immer erreichbar für Fragen und macht, wenn es nötig ist, auch einen Hausbesuch. Die vier algesiologischen Fachassistentinnen sind qualifiziert im Schmerzmanagement, haben eine sehr hohe Fachkompetenz und darauf basiert ihr großer Therapiefreiraum.

Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt

Damit Betroffenen diese Leistungen in Anspruch nehmen können, ist die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt unabdingbar und für das Team eine Selbstverständlichkeit. Damit das Team seine Leistungen erbringen kann, wurden Verträge mit Krankenkassen unterschrieben und ein Förderverein gegründet. (ga)

SAPV – Palliativteam Bodensee
  • Start 1. Januar 2019 als Abteilung des Klinikums Friedrichshafen
  • Start der ausschließlich ambulanten Patientenversorgung am 1. Februar 2019 mit drei Palliativschwestern an 365 Tagen pro Jahr rund um die Uhr
  • Im ersten Jahr wurden etwa 200 Patienten gezählt - 160 davon wurden betreut, 40 „nur“ beraten.
  • Der Förderverein „Verein der Freunde und Förderer des Palliativteams Bodensee“ unter Leitung von Prof. Dr. Wenzel hat knapp zwei Dutzend Mitglieder und unterstützt das Palliativteam z.B. durch die Finanzierung von zwei Autos, basierend auf Großspenden der Sparkasse Bodensee und der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, durch Finanzierung der Fortbildungen der Mitarbeiter, bei der der Erstausstattung der Räume oder der Finanzierung von Schmerzpumpen.

Spenden sind jederzeit willkommen auf das Konto (IBAN) DE52 6905 0001 0026 3337 24, BIC SOLADES1KNZ bei der Sparkasse Bodensee.

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