09. April 2019 | Friedrichshafen
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Kardiologie am Klinikum setzt künftig auch auf MitraClip-Verfahren bei Herzklappenerkrankungen

Damit das Blut in die richtige Richtung fließen kann

„Ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt“, strahlt Franco Cerentin über das ganze Gesicht in die Runde. Im Linksherzkatheter-Raum (LHKM) steht inmitten des zehnköpfigen Teams unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Wöhrle, das sein Herz wenige Tage zuvor mit einer modernen Methode so therapiert hat, dass das Blut jetzt wieder in die richtige Richtung fließt. Der 66-Jährige gebürtige Italiener lebt schon lange in Ailingen und seit 25 Jahren mit einer Spender-Leber „aus Skandinavien“, erzählt er…  

Prof. Dr. Jochen Wöhrle: Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz

Deutschlandweit behandeln etwa 500 Ärzte die Mitralklappeninsuffizienz, eine spezielle Herzschwäche, mit einem interventionellen und für Patienten besonders schonenden Eingriff. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Jochen Wöhrle, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistischen Intensivmedizin. Erst seit wenigen Monaten am Bodensee, aber seit mehr als zehn Jahren ein in der Anwendung des “MitraClip-Verfahrens” erfahrener Kardiologe. Nun erweitert er das große Leistungsspektrum seiner Klinik bei der Behandlung von Herzerkrankungen um eine weitere moderne Behandlungsmöglichkeit.

Mitralklappen-Insuffizienz führt zu Atemnot und Ödemen

Die Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz) gehört zu den häufigsten Herzerkrankungen: Das Herz ist nicht mehr in der Lage ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Neben den typischen Symptomen wie Atemnot, entwickeln die betroffenen Patienten häufig auch Schwächegefühle und es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und in der Lunge.

MitraClip: mit minimalinvasiven Eingriff eingesetzt

In den vergangenen Jahren wurden weltweit tausende Patienten mit dem MitraClip behandelt und es gelang so, deren Schweregrad der bestehenden Undichtigkeit der Herzklappe zu reduzieren oder sogar ganz zu beheben. „Bei einer Mitralinsuffizienz handelt es sich um eine ernstzunehmende Herzerkrankung, die rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden muss, um Folgeschäden zu verhindern“, erklärt Prof. Dr. Wöhrle, dessen erster Patient am Bodensee für diesen minimalinvasiven Eingriff Franco Cerentin war. Dabei wurde der nur wenige Millimeter große MitraClip durch einen Katheter von der Leiste bis zum Herzen geführt und an der undichten Mitralklappe platziert. Dort vermindert das Implantat die Undichtigkeit der Herzklappe und sorgt dafür, dass das Blut wieder in die richtige Richtung fließt. Anders als bei offenen Herzoperationen ist bei dieser Methode keine Herz-Lungen-Maschine notwendig, was die Belastung für Patienten deutlich reduziert.

Weitere Infos: Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistischen Intensivmedizin


Mitralklappeninsuffizienz

Die Mitralklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie verbindet den linken Vorhof mit der linken Herzkammer und wirkt dort als Einlassventil: Die Klappe sorgt dafür, dass das Blut nur vom Vorhof in den Ventrikel fließt und nicht in die Gegenrichtung strömt.

Die Mitralklappeninsuffizienz ist die zweithäufigste Form einer Herzklappenerkrankung in Europa, die insbesondere bei älteren Patienten auftritt, bei denen eine konventionelle Herzoperation nicht mehr möglich ist.

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