27. Juni 2019
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Medizin Campus Bodensee steht Umstrukturierung bevor – Start noch in diesem Jahr und im Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten

Ein „weiter so“ ist undenkbar

Der kommunale Klinikverbund Medizin Campus Bodensee (MCB) muss sich neu ausrichten. „Wir haben das Wachstumsziel, auf das unser medizinisches Konzept ausgerichtet war, nicht erreicht“, resümierte MCB-Geschäftsführer Jochen Wolf bei drei Mitarbeiterversammlungen an den MCB-Standorten. Der geplante Patientenzuwachs sei ausgeblieben und die Vernetzung der drei Krankenhäuser habe nicht die prognostizierten Effekte gebracht. Die vorhandenen Strukturen und der Fachkräftemangel führen zu unbefriedigenden Arbeitsbedingungen in allen Bereichen. Darüber hinaus haben sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen verschärft und werden sich weiter verschärfen: Mindestmengenerhöhung, Pflegepersonaluntergrenzen, gestuftes Notfallsystem oder Qualitätsindikatoren sind nur wenige Beispiele dafür.

Umstrukturierungen in den drei MCB-Kliniken

Auch wenn seit Ende 2018 die Patientenzahlen, vor allem am Standort Friedrichshafen, wachsen würden, sei ein „weiter so“ undenkbar, sowohl aus Sicht der Geschäftsführung als auch aus der des Aufsichtsrats der Klinikum Friedrichshafen GmbH. Der Aufsichtsrat gab daher in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Erarbeitung einer konkreten Gesamtplanung, die in den drei MCB-Kliniken zu Umstrukturierungen führen wird.

Neustrukturierung in Weingarten beginnen noch dieses Jahr

„Weil die wirtschaftlichen Ergebnisse im Krankenhaus 14 Nothelfer in Relation zur Größe des Krankenhauses am schwierigsten sind, besteht dort der größte Handlungsdruck“, so Jochen Wolf. Der Aufsichtsrat habe nun den Auftrag zu einer Umstrukturierung des Krankenhauses 14 Nothelfer und der Verlagerung dort erbrachter Leistungen an die Klinik Tettnang und das Klinikum Friedrichshafen gegeben. Die Neustrukturierung in Weingarten soll noch in diesem Jahr beginnen.

Weitere Spezialisierung in Tettnang

In Tettnang soll mit dem aktuell laufenden Neubau der Operationssäle eine weitere Spezialisierung erreicht werden. Friedrichshafen soll als Zentralversorgungsklinikum ausgebaut werden, insbesondere die Notfallversorgung soll gestärkt werden durch den Bau einer zentralen Notaufnahme. Die Budgets für diese Investition wurden bereits freigegeben.

Arbeitsplatzgarantie im Verbund

Um auch in Zukunft eine hohe medizinische und pflegerische Versorgungsqualität bieten zu können, „brauchen wir alle Mitarbeiter“, so Jochen Wolf und versicherte „der MCB gibt den Mitarbeitern eine Arbeitsplatzgarantie im Verbund“. Um die Arbeitsplätze der rund 2200 Mitarbeiter langfristig zu sichern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern, brauche der kommunale Klinikverbund aber wirtschaftliche Stabilität und die könne nur mit einer Umstrukturierung erreicht werden.

Konzept unter Gremienvorbehalt

Detaillierte Informationen könnten noch nicht bekanntgegeben werden, da das im Aufsichtsrat besprochene Konzept für Weingarten und Tettnang unter Gremienvorbehalt steht: Das Land Baden-Württemberg als Planungsbehörde sowie die Mitgesellschafter in Weingarten und Tettnang müssen informiert werden und dem Konzept zustimmen.

"Verbund neu denken "

„Der ursprüngliche Verbundgedanke war zu den damaligen Bedingungen richtig – heute ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, an dem wir den Verbund neu denken müssen“, sagt Oberbürgermeister Andreas Brand in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Friedrichshafen. „Die Stadt Friedrichshafen wird als starker Gesellschafter die Neuausrichtung der Medizinstrategie und der Standorte kraftvoll unterstützen.“

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