25. März 2020
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Städtische Mitarbeiter unterstützen im Klinikum die Eingangskontrolle

Ignoranz kann gefährlich werden

Elena Springer (vorne) und Maximilian Soremba (stehend dahinter) an ihrem temporären Arbeitsplatz im Klinikum Friedrichshafen.  Bild: MCB

„Bitte benutzen Sie den anderen Eingang, es sei denn, Sie sind infiziert“

– die Stimme von Elena Springer aus dem Inneren des Klinikums Friedrichshafen und aus rund zehn Metern Entfernung reißt mich aus meinem Trott. „Wie immer“ bin ich durch den Haupteingang ins Klinikum gegangen, obwohl ich lesen kann… Groß und breit steht auf den Schildern, dass durch das rote Zelt und also den Haupteingang ausschließlich Corona-infizierte Patienten gegen sollen. Mitarbeiter, Besucher und nicht-infizierte Menschen sollen den Nebeneingang nutzen. Diese Schilder haben meine Kollegin in der Unternehmenskommunikation, Eva-Maria Theilig, und ich, Susann Ganzert, auch noch selbst fabriziert und gemeinsam mit den Kollegen im Zentrallager laminiert und mit der Haustechnik angebracht… Ich gehe schuldbewusst zurück und nehme den richtigen Eingang auf dem Weg zu meinem Büro.

Mitarbeiter der Stadt und Mitarbeiter des My-VIP-Sicherheitsdienstes sichern die Einhaltung des Betretungsverbotes

Elena Springer hat an diesem Tag zum ersten Mal „Dienst“ im Klinikum Friedrichshafen und unterstützt mit Maximilian Soremba das Team vom Empfang des Klinikums. Beiden sind in Nicht-Corona-Zeiten bei der Stadt Friedrichshafen angestellt: der junge Mann ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Facharbeiter für Bäderbetriebe und Elena Springer begrüßt sonst Gäste des Graf-Zeppelin-Hauses oder nimmt deren Garderobe ab…

Seit 13. März Betretungsverbot

Seit dem Morgen des 14. Februar und dem am Freitag, den 13. März von der Stadt erlassenen Betretungsverbot für das Klinikum, sichern zusätzliche Kräfte die Eingänge zum Klinikum. Bedingt dadurch, dass das gesellschaftliche Leben zum Erliegen kam, hatte die angefragte Securityfirma ad hoc Vakanzen und war umgehend zur Stelle.

Rund 40 Personen im städtischen Mitarbeiterpool

Seit Beginn dieser Woche sind weniger My-VIP-Sicherheitsdienst-Mitarbeiter eingesetzt, dafür Mitarbeiter der Stadt Friedrichshafen, so wie Springer und Soremba. Rund 40 Personen sind im städtischen Mitarbeiterpool hierfür erfasst. Für die meisten kam die neue Arbeitsaufgabe gewiss überraschend. Elena Springer, die in Kressbronn lebt, zögerte Ende der vergangenen Woche, als sie angefragt wurde, kaum und sagte „ich schaue mir das mal an“. Nach zwei Tagen lautet ihr Fazit „Es ist nicht lustig, dass die Menschen die Anweisungen nicht ernst nehmen und sie ignorieren“. Ich fühle mich ein zweites Mal ertappt… Die getrennten Zugänge dienen dem einzigen Zweck, weitere Ansteckungen mit dem COVID-19-Virus zu verhindern.  

"Ein gutes Gefühl"

Maximilian Soremba lebt in Hagnau und hat am Wochenende erfahren, dass er im Klinikum eingesetzt wird. „Wir haben nicht so viel zu tun. Es ist aber ein gutes Gefühl dabei, hier zu helfen“. Die Mitarbeiter am Empfang des Klinikums, die zwischen telefonischen Auskünften, Annahme von Care-Paketen, steuern der Besucher und Besucheranfragen, stationären Patientenaufnahmen und Warenannahme kaum dazu kommen, auch die Eingänge zu kontrollieren, sind froh über die Unterstützung in diesen Tagen. 

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