Dr. med. Malte Gerbig

Dr. med
Malte Gerbig

Leitender Arzt

Patienteninformationen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Untersuchungsmethoden und den häufigsten Gefäß-Erkrankungen. Haben Sie Fragen? In unserer Sprechstunde beraten wir Sie gerne ausführlich.

Duplexsonographie und Dopplersonographie

Die Dopplersonographie und die farbcodierte Duplexsonographie (Farbdarstellung und Flusseigenschaften der Gefäße mit Hilfe der Ultraschalltechnik) sind mittlerweile zur wichtigsten Untersuchungsmethode in der Gefäßmedizin geworden, mit ihrer Hilfe lassen sich sowohl anatomische als auch funktionelle krankhafte Veränderungen an den Gefäßen eindrucksvoll darstellen.

Wir führen diese Untersuchung an unserer Klinik mit  einem modernen Duplexgerät selbst durch.

Angiographie

Bei ausgedehnten Gefäßveränderungen ist eine Röntgenuntersuchung mittels Kontrastmittelapplikation häufig nicht zu umgehen.

Bei der Angiographie durch die Radiologische Abteilung wird mit einem Katheter das Gefäß sondiert, durch Kontrastmittelgabe erhält man ein Bild des gesamten Gefäßabschnitts, das auch krankhafte Veränderungen wie Verengungen (Stenosen) oder Verschlüsse in den Arterien oder auch Thrombosen im venösen System zeigt.

Häufig kann bei der Untersuchung auch gleichzeitig die erforderliche Therapie durch eine Ballondilatation (PTA, eventuell verbunden mit der zusätzlichen Stenteinlage) oder auch eine Lyse (Auflösung eines Blutgerinnsels) durchgeführt werden.

Angio Computertomographie (Angio CT)

Diese Untersuchung spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei der Ausmessung von Aortenaneurysmen für die weitere Therapieplanung.

Magnetresonanzangiographie (MR Angio)

Eine Alternative zur Angiographie ist die Kernspinuntersuchung der Blutgefäße, die nicht invasiv ebenfalls Informationen über die Morphologie des Gefäßbaums liefert.

Bei einem Aortenaneurysma handelt es sich um eine Aussackung der Hauptschlagader entweder im Brustraum oder im Bauchraum mit der Gefahr der Ruptur (Platzen) oder der Embolisation (Verschleppung von Blutgerinnseln mit resultierender Minderdurchblutung des betroffenen Gewebes).

Die Hauptgefahr besteht in der lebensgefährlichen Blutung bei Platzen des Aneurysmas.

Ursächlich ist meist eine Wandschwäche der Arterie auf dem Boden einer Arteriosklerose.

Symptome

Einteilung der Aneurysmen in asymptomatische, symptomatische und rupturierte (geplatzte) Aneurysmen.

  • Asymptomatische Aneurysmen: Häufig Zufallsbefund durch Ultraschalluntersuchung
  • Symptomatische Aneurysmen: Schmerzen im Bauchraum oder im Rücken

Diese Symptome deuten auf eine drohende Ruptur hin und es besteht eine dringende Therapieindikation.

Bei den geplatzten (rupturierten) Aortenaneurysmen ist eine Notoperation erforderlich, die allerdings häufig den Patienten vor dem Verblutungstod nicht mehr retten kann.

Behandlungsindikation

Aufgrund der sehr schlechten Prognose des rupturierten Aneurysmas (Letalität 80-90 %) ist das Behandlungsziel vor allem in der Vorbeugung zu sehen. Deutlich ansteigendes Rupturrisiko ab einer Größe von 5 cm Durchmesser, daher Behandlungsindikation ab 5 cm.

Therapie

Ersatz der krankhaft erweiterten Bauchschlagader durch eine Gefäßprothese entweder durch die klassische offene Operationsmethode mit Eröffnen der Bauchhöhle oder durch die endovaskuläre Stentgraftimplantation EVAR (Endovascular Aneurysm Repair, Kathetertechnik, bei der über die Leistenarterien entfaltbare Metallgitter mit einer Kunststoffbeschichtung in das Aneurysma eingebracht werden, sich dort entfalten und dadurch das Aneurysma von innen abdichten können.)

Bei dafür geeigneten Patienten ist diese Therapie deutlich risikoärmer als die herkömmliche Operationsmethode.

Durchblutungsstörungen der Beine (pAVK, periphere arterielle Verschlußerkrankung) - Schaufensterkrankheit, Raucherbein

Bei der pAVK handelt es sich um Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten infolge von Engstellen oder Verschlüsse der Beinarterien.

Ursachen

Arteriosklerose der Gefäßwand durch Ablagerungen bei einer bestimmten Risikofaktorkonstellation, bei jüngeren Menschen kann auch eine entzündliche Gefäßerkrankung als Ursache in Frage kommen.Risikofaktoren sind: Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und erbliche Faktoren.

Symptome

Auftretende Schmerzen vor allem in den Waden, manchmal auch in den Oberschenkeln oder im Gesäß bei Belastung beim Laufen und schnellen Gehen.

Man unterteilt die Schweregrade der Durchblutungsstörung im Allgemeinen in vier Gruppen:

  • Stadium I
    Das asymptomatische Stadium macht den Betroffenen noch keine wesentliche Beschwerden, allenfalls verspüren sie eine etwas raschere Ermüdbarkeit der Beinmuskulatur (v.a. in den Waden) bei körperlicher Anstrengung.
  • Stadium II
    Das Stadium IIa entspricht einer schmerzfreien Gehstrecke von über 200 m, das Stadium IIb einer Strecke unter 200 m.
    Das Stadium IIb wiederum kann so ausgeprägt sein, dass der Patient nur noch wenige Schritte im Zimmer schmerzfrei laufen kann.
  • Stadium III
    Das Stadium III bedeutet, dass die Minderdurchblutung schon so weit fortgeschritten ist, dass bereits in Ruhe Schmerzen auftreten.
    Typisch sind vor allem nächtliche Schmerzen, die sich etwas bessern, wenn der Patient das betroffene Bein aus dem Bett hängen lässt. Ein schmerzfreies Gehen ist praktisch nicht mehr möglich.
  • Stadium IV
    Im Stadium IV hat bereits ein Gewebeuntergang aufgrund der Mangeldurchblutung stattgefunden, es bestehen Geschwüre und Ulcera (totes Gewebe), in der Laienbezeichnung auch als Raucherbeine bezeichnet.

Diagnostik

Eine wesentliche Rolle spielt hier die klinische Untersuchung.

Sind die Fußpulse tastbar? Wie ist die Hautbeschaffenheit, bestehen Gefühlsstörungen, wie weit kann der Patient gehen, bevor Schmerzen in den Waden auftreten (standardisierter Gehtest)?

Weitere Informationen geben hier die Ultraschalltechnik mit der Doppler- und der farbgesteuerten Duplexuntersuchung.

Meistens muss bei entsprechenden Symptomen eine Angiographie (Röntgenkontrastmitteldarstellung der Gefäße) oder eine Kernspinuntersuchung durchgeführt werden.

Therapie

Ein Stadium I, also eine asymptomatische Durchblutungsstörung der Beine, wird nicht operativ oder durch Ballonaufdehnung behandelt. Hier spielt primär die Vermeidung und Behandlung von Risikofaktoren eine Rolle.

Ein Stadium IIa ist nur relativ gesehen behandlungsbedürftig, man wird normalerweise außer bei ganz bestimmten Indikationen keinen Eingriff durchführen. Hier spielt vor allem die konservative Therapie mit Geh- und Lauftraining eine Rolle, wodurch erhebliche Verbesserungen zu erzielen sind.

Das Stadium IIb ist gut einer Ballonaufdehnung oder operativen Therapie zugänglich. Allerdings sollten die Eingriffe möglichst auf den Abschnitt zwischen dem Kniegelenk und der Beckenregion beschränkt bleiben.

Mögliche Eingriffe sind z. B.:

  • Ballonaufdehnung und Stenteinlage Beckenarterien
  • Ausschälen der Ablagerungen in den Gefäßen der Leiste oder in der Beckenarterie
  • Profundaplastik: Verbessern des Bluteinstroms in die tiefe Beinarterie in der Leiste
  • Anlage eines Bypasses auf die Kniekehlenarterie noch oberhalb des Kniegelenks entweder mit einer Kunststoffprothese oder körpereigenem Venenmaterial

Alternativ ist eine konservative Therapie mit Gehtraining in bestimmten Fällen unter Vermeidung eines operativen Eingriffs möglich. Zusätzlich kann auch medikamentös versucht werden, eine Besserung der Durchblutungssituation zu erreichen

Stadium III: Hier ist eine Verbesserung bzw. Wiederherstellung des Blutflusses unumgänglich, dazu muss meistens ein Bypass auf ein Blutgefäß im Unterschenkel angeschlossen werden, wenn immer möglich mit körpereigener Vene. Zum Teil kann die Durchblutung auch durch endovaskuläre Verfahren durch Aufdehnung (PTA) von Gefäßen bzw. Stenteinlage verbessert werden.

Das gleiche gilt auch für das Stadium IV, entweder ist ein Bypass auf die Unterschenkelgefäße oder sogar auf ein Fußgefäß erforderlich, oder es gelingt mit einem oder mehreren Ballons bzw. Stents die Gefäße wiederzueröffnen um eine Abheilung der chronischen Wunden zu erreichen. Postoperativ ist immer eine Blutverdünnung nötig um den Bypass offen zu halten.

Eine Änderung der Blutverdünnung sollte möglichst nur nach Absprache mit den Gefäßchirurgen oder dem Radiologen (nach  PTA und/oder Stent) erfolgen.

Der Schlaganfall stellt die dritthäufigste Todesursache mit 100 000 Fällen pro Jahr in Deutschland dar. Etwa ein Drittel der Patienten mit erlittenem Schlaganfall bleibt auf Dauer behindert oder pflegebedürftig. Es handelt sich dabei nicht(!) um ein schicksalhaftes Ereignis, dem man hilflos ausgesetzt ist, sondern um eine Erkrankung, der man mit einer entsprechenden Vorbeugung und Therapie entgegentreten kann. Hauptrisikofaktoren für den Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Rauchen, Diabetes Mellitus, Alkoholgenuss, erhöhte Blutfettwerte.

Symptome

Häufig sind zunächst eher „unscheinbare Symptome“, also z. B. kurzfristige Pelzigkeit in den Fingern, ein leichtes Schwächegefühl in einem Bein oder einem Arm, Sprachstörungen oder Sehstörungen.

Meistens dauern diese Symptome nur wenige Sekunden oder Minuten. Sie sind Ausdruck einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Charakteristisch ist für diese Symptome, dass sie sich fast immer vollständig zurückbilden, aber sich natürlich wiederholen können.

Selbstverständlich kann aber auch ein Schlaganfall ohne Vorwarnung auftreten mit kompletter Lähmung des Beines und Armes auf einer Seite und der Unfähigkeit zu sprechen.

Man unterscheidet vier verschiedene Stadien der neurologischen Symptomatik:

  • Stadium I (asymptomatisch)
    Engstellen oder sogar Verschlüsse der Halsschlagadern ohne Funktionsstörungen
  • Stadium IIa (symptomatisch)
    Sehstörungen im Sinne von kurzfristiger Blindheit auf einem Auge (Amaurosis Fugax)
  • Stadium IIb
    Schwäche und Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte sowie Sprachstörungen, die sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurückbilden. (TIA, Transitorisch Ischämische Attacke)
  • Stadium III
    Unmittelbar drohender oder sich ausbildender Schlaganfall (Stroke in Progression)
  • Stadium IV
    Bereits erlittener kompletter Schlaganfall mit fehlender oder unvollständiger Rückbildung der Ausfallerscheinungen

Diagnostik

  • Neurologische Untersuchung (Untersuchung des Gehirns und der Nerven), um die Ursachen der Funktionsstörungen eher eingrenzen zu können
  • Ultraschalluntersuchung zur Darstellung einer Verengung  oder eines Verschlusses der Halsschlagadern und der Hirngefäße
  • Computertomographie des Schädels (CT) zur Unterscheidung einer Blutung   oder einer Durchblutungsstörung
  • Kernspinuntersuchung zur weiteren Beurteilung der Durchblutung des Gehirns
  • Röntgenkontrastdarstellung (Angiographie) der Halsschlagadern

Therapie

Die größte Bedeutung in der Schlaganfallstherapie hat die Vorbeugung eines drohenden Schlaganfalls.

Die Durchblutungsstörung entsteht am häufigsten durch Mikroembolien, das sind kleinste Partikel, die aus den Ablagerungen der Halsschlagader durch die Verengung mitgerissen werden und sich dann im Gehirn in sehr kleinen Gefäßen festsetzen und die Gefäße verschließen.

Im nachgeschalteten Hirnabschnitt entsteht dann eine Minderversorgung mit Sauerstoff, die Folgen sind umkehrbare aber auch bleibende neurologische Schäden bzw. Funktionsstörungen.

Die Aufgabe einer Therapie ist es also vor allem, diese Mikroembolien zu vermeiden. Entweder geschieht das durch die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten oder die operative bzw. die endovaskuläre Therapie ist erforderlich. Dabei werden die Ablagerungen aus der Halsschlagader operativ entfernt (TEA) oder die Engstelle durch einen Ballon über einem Katheter aufgedehnt und mit einem Stent  geschient.

Je nach Ausprägung der Engstelle und nach Symptomatik wird eine individuell angemessene Behandlung durchgeführt.

Stadium I

Bei asymptomatischen Carotisstenosen unter einem Verengungsgrad von 70 % und darunter wird man konservativ, also medikamentös eine Prophylaxe durchführen, d.h. man versucht die Emboliegefahr durch eine Blutverdünnung zu verringern. Trotzdem kann es in seltenen Fällen auch bei diesen relativ geringen Stenosegraden zu einem Schlaganfall kommen.

Bei höhergradigen Verengungen der Halsschlagadern (80-90 %) wird man sich eher für einen invasiven Eingriff zur Beseitigung der Stenose entscheiden, in den meisten Fällen operativ.

Bei  Verschlüssen der Halsschlagader wird im Normalfall nicht operiert ( nur in seltenen Fällen bei einem akuten Carotisverschluß innerhalb eines bestimmten Zeitfensters innerhalb weniger Stunden), da eine Wiedereröffnung des Gefäßes entweder nicht möglich ist oder der Patient  von dem Eingriff nicht profitiert. Die Blutversorgung des Gehirns wird dann durch andere Gefäße gesichert.

Stadium II

Das symptomatische Stadium ist die klassische Indikation für eine Operation oder eine endovaskuläre Intervention, also Patienten, die aufgrund der Durchblutungsstörungen schon vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen (TIA, Transitorisch ischämische Attacke) hatten.

OP Verfahren: Das Verfahren der Wahl ist nach wie vor die operative Ausschälung der Ablagerungen in der Halsschlagader. (TEA, Thrombendarteriektomie) Das Gefäß wird dann mit einem Patch aus Kunststoff oder Venenmaterial wieder verschlossen.

Bei der EEA ( Eversionsendarteriektomie ) , eine alternative OP Form, wird das abgetrennte betroffene Gefäß über den Ablagerungszylinder aufgerollt, bis dieser Zylinder aus dem Gefäß herausgezogen werden kann.

Das Gefäß wird dann wieder mit dem Hauptgefäß durch eine Naht vereinigt. Beide Methoden sind gleich sicher und zeigen ähnlich gute Ergebnisse.

Während des Ausschälvorgangs und dem Vernähen des Blutgefäßes muss der Blutfluss im Gefäß unterbrochen werden. Normalerweise reicht die Blutversorgung des Gehirns durch den Zufluss anderer Gefäße aus, nur in ca. 10-20 % der Fälle reagiert das Gehirn mit einer Minderdurchblutung.

Dieses kann durch ein sogenanntes Neuromonitoring zur Kontrolle der Gehirnfunktion überwacht werden. Sollte eine Situation auftreten, bei der es nachweislich zu einer Minderdurchblutung des Gehirns kommt, legt man einen Shunt (Kunststoffröhrchen) als vorübergehenden Bypass während der Operation ein, der dann am Ende der Operation wieder entfernt wird. Das Shuntröhrchen kann aber auch obligatorisch während der Operation eingelegt werden.

Trotz aller technischen Möglichkeiten und modernen OP Verfahren bleibt aber immer noch ein geringes Restrisiko eines Schlaganfalls während und nach der Operation.

Bei allen operierten Patienten ist eine Blutverdünnung erforderlich.

Wichtig ist eine regelmäßige Nachsorge, die normalerweise 1 Mal im Jahr erfolgt. Dabei wird durch eine Ultraschalluntersuchung geklärt, ob sich wieder eine Verengung gebildet hat oder ob z. B. eine bisher noch nicht behandlungsbedürftige Verengung der anderen Halsschlagader jetzt operiert werden sollte.

Stadium III und IV

Bei einem  bereits abgelaufenen Schlaganfall wird entweder nur symptomatisch (Behandlung der Schlaganfallfolgen) behandelt, oder bei einer hochgradigen Verengung der Halsschlagader möglichst innerhalb von zwei Wochen nach erlittenem Schlaganfall die bestehende Verengung beseitigt, damit nicht ein erneuter Schlaganfall auf dieser Seite die neurologische Situation noch weiter verschlechtert.

Ausnahme ist die Sofortoperation innerhalb von 3-6 Stunden nach Einsetzen einer Schlaganfallsymptomatik (Stadium III) , wenn der Patient noch bei Bewusstsein ist.

Ballonaufdehnung ( PTA) und Stent oder Operation?

In den letzten Jahren hat die Behandlung der Halschlagaderverengung mit der Kathetertechnik (Stent und PTA ) stark zugenommen. Dabei wird die Verengung zunächst mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und dann mit einem Metallgitterröhrchen (Stent) geschient. Als Vorteil dieser Methode werden der Verzicht auf eine Narkose, sowie die geringere Gewebeschädigung im Vergleich zur offenen Operation angegeben.

Ohne Zweifel erscheint diese Technik überzeugend, z.B. ist es bei an der Halsschlagader voroperierten Patienten wesentlich einfacher und risikoärmer, eine erneute Enge aufzudehnen als eine Reoperation vorzunehmen.

Die bisher vorliegenden vergleichenden großen Studien zur Indikation der Stentbehandlung der Carotisstenose belegen im Moment noch einen  gewissen Vorteil für die klassische offene Operation, da es vor allem während des Eingriffs zu weniger Komplikationen kommt als bei der Stentbehandlung.

Die mittelfristigen Ergebnisse sind bei beiden Methoden vergleichbar. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor, allerdings werden dazu weltweit weitere Studien durchgeführt.

Diese Methode sollte zum jetzigen Zeitpunkt nur Zentren vorbehalten sein, in denen beide Verfahren beherrscht werden.

Definition

Venen sind die Blutgefäße im Körper, die das verbrauchte, also sauerstoffarme Blut zurück zum Herz befördern.

Krampfadererkrankung: Varizen sind krankhaft erweiterte Venen unter der Haut infolge von Störungen der Venenklappen, die nicht mehr richtig schließen. Dabei fließt das Blut wieder zurück, es staut sich in den Beinen, und die Venen weiten sich aufgrund des zunehmenden Druckes. So entstehen die sichtbaren Krampfadern.

Ursachen

  • familiäre Belastung (also vererbt), ca. 75% aller Venenerkrankungen
  • zunehmendes Alter
  • Venenwandschwäche durch mechanische oder hormonelle Einflüsse (z.B. Schwangerschaft oder Stillzeit)
  • fehlende oder funktionsuntüchtige Venenklappen
  • hohes Körpergewicht
  • Schwangerschaft
  • chronische Verstopfung

Symptome

Krampfadern verursachen zunächst über viele Jahre keine nennenswerten Beschwerden. Auch Schwellungen treten erst in einem späteren Stadium auf. Zunehmend klagen dann die Patienten über ein Schweregefühl, verbunden mit „müden“ Beinen vor allem nach längeren Stehen oder Sitzen.

Ab und zu können nächtliche Wadenkrämpfe auftreten. In späteren Stadien kommt es zu deutlichen Hautveränderungen vor allem am Unterschenkel mit Verfärbungen, die Haut wird teilweise „dünner“, es entstehen Verhärtungen, die Durchblutung der Haut in diesem Bereich nimmt ab aufgrund des chronischen Drucks durch die Krampfadern. Im Endstadium kommt es zu  „offenen Beinen“ mit schlecht oder gar nicht heilenden Geschwüren.

Perforansvenen nennt man die Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Beinvenensystem. Auch diese können insuffizient werden und sind ebenfalls häufig verantwortlich für die Entstehung eines offenen Beines (Ulcus cruris).

Weiterhin gibt es die Seitenastvarikosis und die Besenreiservarizen.

Diagnostik

Heutzutage ist die Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) die Technik  der Wahl, um die Darstellung und die Funktion der Venen mit genauer Lokalisation der Insuffizienzpunkte aufzuzeigen. Die früher fast immer durchgeführte Phlebographie (Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Venen) kann allerdings weiterhin bei besonderen Fragestellungen erforderlich werden.

Therapie

Eine Varikosis, die Beschwerden macht, ist auch behandlungsbedürftig! Das reicht zunächst vom konservativen Behandlungsversuch wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen bis zur Operation.

Eine Heilung ist durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht möglich, man kann aber mit einer guten Kompressionsbehandlung die Symptome erheblich reduzieren und damit auch die Folgen also z. B. das Entstehen von offenen Beinen vermeiden.

Will man die Funktionsstörung ursächlich behandeln, müssen die Venenanteile mit einer mangelhaften Klappenfunktion beseitigt bzw. ausgeschaltet werden. Das kann durch verschiedene Therapieformen erreicht werden:

  • Die klassische Operation nach Babcock:
    Diese geschieht bei der erkrankten äußeren Vene an der Innenseite des Beines in der Leiste durch die sogenannte „Crossektomie“, d.h. der erkrankte Venenabschnitt mitsamt seinen Seitenästen wird unterbunden bzw. entfernt und gestrippt (d.h. herausgezogen).
    Das Rezidivrisiko ist aufgrund der weiterhin bestehenden  Venenschwäche allerdings relativ hoch.
     
  • Endovaskuläre Therapie:
     Nachdem die Varizenbehandlung  auch eine  kosmetische Komponente beinhaltet, gibt es mittlerweile eine Vielfalt von Methoden auf dem Markt, die eine suffiziente Varizentherapie mit gleichzeitig guten  kosmetischen Ergebnissen erreichen (Laserbehandlung, Radiofrequenztherapie). Dabei wird die betroffene Stammvene durch einen speziellen eingeführten Katheter erhitzt und zerstört.

    Mittlerweile scheinen diese  Methoden die gleichen guten Ergebnisse zu erzielen wie die klassische Operationsmethode. Zurzeit wird diese Art der Behandlung allerdings noch nicht von allen Krankenkassen übernommen.
     
  • Flüssig-/Schaumverödung (Sklerosierung):
    Eine weitere Therapieform ist das Veröden von Varizen, dabei wird ein flüssiges oder schaumartiges Medikament in Varizen verschiedenen Durchmessers gespritzt, es wird dadurch eine künstliche Entzündung erzeugt, als Folge verschließen sich die Krampfadern.
    Häufig kommt es allerdings bei dieser Therapieform zu einem Rezidiv.

Hier kooperieren wir eng mit der Bodensee Venenpraxis von Dr. Holl in Weingarten, die sich vor allem auf die endovaskulären Therapieverfahren spezialisiert hat.

Akut aufgetretener Verschluss durch Blutgerinnsel der tiefen Venen an der unteren Extremität, im Bereich des Beckens, der Hohlvene (Bauch– und Brustraum) aber auch der oberen Extremität oder der Halsvenen.

Diese bewirkt eine Stauung und Schwellung unterschiedlichen Ausmaßes z.B. des Beines und kann an Ausprägung zunehmen und in die Lunge embolisieren.

Lungenembolie: Das Blutgerinnsel kann in die Lunge abgeschwemmt werden und dort zu einem je nach Lokalisation begrenzten oder einem sehr ausgedehnten Funktionsverlust der Lunge und des Herzens führen (mit vor allem früher häufig tödlichem Ausgang).

Ursachen

Häufig Ruhigstellung, z.B. Gipsbehandlung nach Knochenbrüchen, aber auch nach langen Flugreisen beschrieben, längere Bettlägerigkeit bei Erkrankung, sehr häufig nach Operationen (vor allem orthopädische und unfallchirurgische Operationen), erworbene oder angeborene Blutgerinnungsdefekte, Geschlecht (junge Frauen sind 3 mal so häufig betroffen wie gleich alte Männer), bei bösartigen Krebserkrankungen, Einnahme von Hormonpräparaten (Anti-Baby-Pille) sowie bei Rauchern.

Symptome

Dumpfe Schmerzen der Extremität (vor allem Wade an den Beinen), Schwellung und Stauung, ggf. violette Verfärbung der Haut.

Diagnostik

Ultraschalldiagnostik (heutzutage das Technik der Wahl, da nicht invasiv und  trotzdem sehr genau), Phlebographie (Kontrastmittelröntgen der Venen), Computertmomographie, Blutuntersuchungen, die reinen klinischen Thrombosezeichen durch die ärztliche Untersuchung sind häufig zu unspezifisch.

Thrombophiliescreening (Hinweis auf angeborenene Defekte in der Blutgerinnung): Bei Patienten ohne offensichtlichen Risikofaktor muss vor der medikamentösen Therapie mit Marcumar ein sogenanntes Thrombophiliescreening durchgeführt werden, bei dem verschiedene Gerinnungsfaktoren untersucht werden. Sollte das Ergebnis Hinweise auf einen angeborenen Defekt im Gerinnungssystem geben muss ggf. in Absprache mit dem Gefäßmediziner eine dauerhafte lebenslange Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Marcumar) empfohlen werden, um weitere Thrombosen zu vermeiden.

Therapie

Prinzipiell dürfen bis auf wenige Ausnahmen praktisch alle Patienten sofort mobilisiert werden (also aufstehen und herumlaufen). Die Mobilisierung erfolgt mit einer optimalen Kompressionstherapie,  entweder mit einer Wickelung mit Kompressionsbinden oder einem angepassten Kompressionsstrumpf.

Gleichzeitig wird eine Behandlung mit Heparin (Spritzen unter die Haut) vom ersten Tag an durchgeführt („Antithrombosespritzen“). Eine Vollheparinisierung (Infusionsbehandlung mit Heparin) verbunden mit einer stationären Aufnahme über 1 Woche und gleichzeitiger Bettruhe wie früher häufig praktiziert ist in nur in den wenigsten Fällen erforderlich. Meistens kann dann auch zeitgleich mit einer Gabe von Marcumartabletten zur Blutverdünnung begonnen werden).

Häufig kommt es unter einer suffizienten Therapie nach wenigen Monaten zu einer Teilrekanalisierung der Venen. Die Dauer der Marcumarisierung richtet sich nach der Ursache der Thrombose sowie nach entsprechenden Begleiterkrankungen.

Eine operative Entfernung der Thrombose ist im Wesentlichen auf den Bereich der Beckenvenen beschränkt, ein Vorteil der operativen Thrombektomie ist nicht gesichert und nur speziellen Fällen vorbehalten.

Auch in diesem Bereich haben endovaskuläre Therapieverfahren in jüngster Zeit für aufsehenerregende Erfolge gesorgt, mit ihrer Hilfe werden Lysetherapieverfahren in Kombination mit Ultraschallwellen und Aufdehnen und Stentbehandlung von Engstellen (vor allem in den Beckenvenen) eingesetzt. Allerdings ist diese Form der Therapie noch nicht etabliert und wird nur in wenigen Zentren durchgeführt.

Die Folge einer Thrombose kann ein sogenanntes postthrombotisches Syndrom sein mit chronisch venöser Insuffizienz, da durch die Thrombose die Klappen zerstört werden können und damit die Venen einen entsprechenden Bluttransport nicht mehr erfüllen können. Dieses äußert sich in einer chronischen Schwellneigung, Bildung von Krampfadern, beginnender Hautverfärbung und im letzten Stadium mit der Entstehung von Geschwüren am Unterschenkel.

Die Therapie besteht in einer kontinuierlichen (lebenslangen) Kompressionstherapie, operativer Behandlung von Varizen und entsprechender Insuffizienzpunkte und ggf. auch dauerhaften Marcumarisierung.

Weitere Informationen

Aktionsbündnis Thrombose

Aufgrund der demographischen Entwicklung ist in den nächsten 20 Jahren mit einer Verdopplung der an Diabetes erkrankten Patienten zu rechnen. Einher geht damit eine steigende Anzahl an Patienten mit einer drohenden bzw. einer bereits eingetretenen Niereninsuffizienz.

Diese Patienten benötigen vorübergehend oder auf Dauer eine Dialysetherapie (Blutwäsche). Um die dafür notwendigen multiplen Punktionen der Blutgefäße an den Armen zu ermöglichen, wurden spezielle Operationstechniken entwickelt.

Dabei wird eine Armvene operativ mit einer Armarterie verbunden, vorzugsweise am Handgelenk (Cimino Shunt), es kommt dadurch zu einer erheblichen Zunahme des Flussvolumens in der Vene und damit zu einer Anpassung der Venenwand an den erhöhten Druck.

Nach einigen Wochen kann die Vene so mehrfach in der Woche in der Dialyse punktiert werden, ohne dass sich das Gefäß entzündet oder verschließt.

Diagnostik

Klinische Untersuchung, ob die Durchblutung der Hand ausreicht, auch wenn ein Teil des Blutvolumens durch den Shunt abgezogen wird.

Duplexuntersuchung: Diese Untersuchung ermöglicht ein sogenanntes Venenmapping, bei dem alle in Frage kommenden potentiellen Shuntvenen auf ihren Durchmesser und ihre Abflussverhältnisse eingeschätzt werden können. Damit ist bereits präoperativ eine sehr genaue Planung möglich.

Phlebographie/Angiographie: In bestimmten Fällen ist eine weitere Diagnostik mit Hilfe von Kontrastmitteln erforderlich, um weitere Informationen über die weiter zentral liegenden Gefäße zu erhalten.

Therapie

Ziel ist die möglichst lang andauernde Funktion der Shuntvene. Dabei ist eine lange Punktionsstrecke von Vorteil. Man beginnt also mit einer Shuntvenenoperation immer im Bereich des Handgelenks, wenn die betreffenden Gefäße dafür geeignet sind. Wenn sich nach einigen Jahren der Shunt verschließen sollte, kann man einige Zentimeter Richtung Oberarm wandern und dort eine neue Verbindung anlegen und die „alte“ bisherige Vene weiter verwenden. Manchmal muss man aber bereits in der Ellenbeuge mit der Erstoperation beginnen und hat naturgemäß nicht mehr ganz so gute Bedingungen für die Punktion.

Nach der Operation benötigt der Shunt etwa 4 bis 6 Wochen, um zu „reifen“. Erst dann hat seine Venenwand die nötige Dicke und die Vene den erforderlichen Durchmesser, um gefahrlos eine regelmäßige Punktion vorzunehmen.

Durch die Dialyse werden die Strömungsverhältnisse während der Blutwäsche genau beobachtet und kontrolliert – sollten dabei Unregelmäßigkeiten oder Fehlfunktionen auftreten, muss unverzüglich die Shuntvene durch den Shuntchirurgen kontrolliert werden und ggf. bei Verengungen oder Verschlüssen der Shuntvene „nachgebessert“  bzw. repariert werden. Die Nachbesserung kann manchmal auch sehr elegant über eine Katheterdilatation erreicht werden, bei der der Radiologe einen Ballon in den verengten Anteil der Shuntvene vorschiebt und dort mit einer Aufdehnung die Funktion wieder herstellt.

Die natürlichen körpereigenen Gefäße haben normalerweise die besten Offenheitsraten, in einigen Fällen bei nicht vorhandenem Venenmaterial muss aber eine Kunststoffprothese eingebaut werden, die dann ebenfalls punktiert werden kann. Hier sind die mittel- und langfristigen Ergebnisse nicht so gut.

Demerskatheter

Eine Alternative zum operativ angelegten Shunt ist die Implantation eines Katheters über eine Halsvene in die obere Hohlvene. Diese Katheter lassen sich zwar gut dialysieren, es besteht aber eine relativ hohe Komplikationsrate an z.B. sekundären Infektionen. Daher werden diese Katheter nur vorübergehend implantiert, bis ein operativ angelegter Shunt punktionsfähig ist. Manchmal muss ein solcher Katheter aber auch auf Dauer liegen bleiben.

Die Wundbehandlung von chronischen Wunden hat sich ebenfalls in den letzten Jahren wesentlich geändert und weiter entwickelt.

Die früher eingeschränkten Behandlungsmethoden konnten durch neue  Entwicklungen von differenzierten Wundauflagen wesentlich erweitert werden. Dazu beigetragen hat vor allem eine intensive Grundlagenforschung über die Pathogenese der Wundheilungsstörungen.

Nach wie vor steht die Gefäßversorgung im Mittelpunkt der Wundheilung. Primär ist es also das Ziel entweder die Versorgung des Gewebes mit sauerstoffreichem Blut (Arterien, also z. B. einen Bypass) zu verbessern oder den Abfluss des venösen Blutes zu optimieren (bei einem fortgeschrittenen Krampfaderleiden durch Entfernen dieser krankhaften Venenabschnitte). Am Anfang der Therapie wird also immer zunächst eine Gefäßdiagnostik stehen.

Bei krankhaften Veränderungen werden diese zunächst behandelt, erst dann beginnt die differenzierte Wundtherapie:

  • Behandlung von infizierten Wunden durch Antibiotika
  • Säuberung der Wunden entweder chirurgisch, Ultraschallbehandlung oder  „biologisch“ (Madentherapie)
  • Konditionierung (Vorbereiten) der Wunden auf eine Hautransplantation durch eine Vacuumsaugung oder eine Elektrotherapie (Verabreichung von Gleichstromreizen des kranken Gewebes)
  • Feuchte Wundbehandlung durch moderne Wundauflagen, die die Wunde nicht austrocknen lassen
  • Hautverpflanzung von Spalthaut bei größeren Hautdefekten
  • Kompressionstherapie durch Kompressionswickel-  oder Strümpfe
  • Orthopädische Schuhversorgung

Sowohl Patienten und Behandler müssen dafür viel Geduld mitbringen. In unserer Wundsprechstunde arbeiten ausgebildete Wundschwestern Hand in Hand mit dem Arzt, um für die Patienten ein optimales Ergebnis zu erzielen.

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