Neue Kurzliegerstation: Tettnanger Pflegeteam packt an
Eine Idee, die endlich Wirklichkeit wird
Gesundheits- und Krankenpflegerin Franziska Vollmer war schon immer davon überzeugt, dass eine Station für „Kurzlieger" in ein modernes Krankenhaus gehört. Schließlich muss nicht jeder Patient über viele Tage stationär versorgt werden, manche können nach kurzen oder ambulanten medizinischen Interventionen auch bald wieder nach Hause.
In der Klinik Tettnang, wo Franziska Vollmer Stationsleitung war, ließ sich die Kurzliegerstation nie verwirklichen. „Aber im Klinikum Friedrichshafen soll eine solche neu aufgebaut werden", erfuhr sie von Pflegedirektorin Claudia Keller und wurde neugierig.
Ein Team aus Tettnang wechselt gemeinsam
Lange dauerte es nicht bis zu ihrer Zusage, diese interdisziplinäre Station für Kurzlieger und so genannte Hybridpatienten auszubauen und zu leiten. Andere Pflegefachkräfte erfuhren davon und entschieden sich ebenfalls nach Friedrichshafen zu wechseln. „Wir sind jetzt zehn ehemalige Tettnanger zwischen 30 und 60 Jahren, die als Team diese Station betreiben", erzählt Franziska Vollmer und verrät, dass darunter auch ein männlicher Kollege ist. Jetzt, einen Monat nach Inbetriebnahme der Station in der dritten Etage des Klinikums, sind alle nicht nur gut angekommen, sondern haben auch eine Struktur geschaffen, um die Bedürfnisse aller Fachrichtungen des Hauses auf der 14 Betten-Station zu erfüllen.
„Die Patienten bleiben maximal drei Tage bei uns, manche Patienten, die nachts aufgenommen werden, verlegen wir im Laufe des nächsten Tages auf eine andere Station und so belegen wir viele Betten zwei Mal am Tag", erzählt Franziska Vollmer.
Umdenken im Stationsalltag
Für die Kollegen auf der Station 33 bedeutet die neue Aufgabe „Umdenken" – keine Langlieger mehr, häufige Wechsel, Flexibilität und Agilität sind an der Tagesordnung und aber auch Dienste ausschließlich zwischen montags 6 Uhr und freitags 18 Uhr. „Eine Fünf-Tage-Woche für Pflegekräfte ist schon was ganz Besonderes", freut sich nicht nur Franziska Vollmer, die 2009 ihre Ausbildung begonnen hat und seither immer im Tag- und Nacht-Dienst eingesetzt war.
Patienten, die freitags bis 18 Uhr nicht entlassen werden können, werden von der Kurzliegerstation dann auf eine andere Station verlegt und, wenn ein ambulant operierter Hybrid-Patient noch nicht ganz wach ist, dann, wenn das ambulante OP-Zentrum schließt, wird er eben auf der gegenüberliegenden Kurzliegerstation wach.