Raimund B. hat seinen Herzstillstand gut überlebt
„Ich bin am Mittwoch hier zur Welt gekommen“, sagt Raimund B., ein Blick auf den Patientenaufkleber an seinem Bett verrät jedoch, dass der kardiologische Patient im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen 65 Jahre alt ist…
Vier Wochen vorher
„Stress ist bei mir eigentlich kein Thema mehr“, erzählt der Patient. Seit zwei Jahren ist er aus gesundheitlichen Gründen in der Altersteilzeit und geht regelmäßig zur kardiologischen Kontrolle. Auch diesmal: alles OK, Blutbild in Ordnung „und dann geht mir aus heiterem Himmel das Licht aus“.
Zwei Wochen vorher
Am Bahnhof Salem ist Raimund B. verabredet und hilft in der Wartezeit einem anderen, dessen streikenden Wagen anzuschieben… „Und dann weiß ich nichts mehr. 17 Minuten war ich wohl im Jenseits“, erzählt der einstige Maschinenbauingenieur mit stockender Stimme. Zwei Tage danach wachte er auf der Intensivstation im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen auf, nachdem er von einer optimalen Rettungskette seit dem Notfallort versorgt wurde.
Was zunächst als kleine Starthilfe für einen anderen Autofahrer begonnen hatte, entwickelte sich innerhalb von Sekunden zu einem lebensbedrohlichen Notfall, der eine sofortige medizinische Versorgung erforderte. „Ohne die Ersthelfer vor Ort wäre er tot gewesen, denn der anfahrende Notarzt und Rettungswagen hätten zu ihm länger gebraucht, als das Gehirn es ohne Sauerstoff aushält“, schätzt Prof. Dr. med. Volker Wenzel, Chefarzt der Anästhesiologie und erfahrener Notfallmediziner ein.
Heute
Raimund B. ist optimistisch, blickt nach vorne und fährt jetzt erstmal zur Reha und hat vorher ein Treffen mit seinen Rettern geplant. Raimund B. war in diesem Jahr einer von mehreren außerklinisch reanimierten Patienten im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen, der mit guter neurologischer Perspektive entlassen werden konnte. Sie alle verdanken ihr Leben dem Einsatz von Ersthelfenden, der Kompetenz von Notfall- und Intensivmedizinern, sowie erfahrenen Kardiologen im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen.
Fazit
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig schnelles Handeln in medizinischen Notfallsituationen sein kann. Neben der späteren professionellen medizinischen Versorgung können auch freiwillige Ersthelfer einen entscheidenden Beitrag leisten und digitale Alarmierungssysteme helfen dabei, kompetente Helfer schnell zum Einsatzort zu lotsen.
Herz-Stillstand-Zentrum Friedrichshafen
Seit 2019 ist das Herz-Stillstand-Zentrum Friedrichshafen ein fester Bestandteil der Notfallversorgung am Bodensee. Ziel ist es, durch eine strukturierte und Leitlinien-orientierte Therapie die Überlebens-Wahrscheinlichkeit von Opfern eines plötzlichen Herz-Stillstands zu steigern. 125 solcher Herz-Stillstand-Zentren gibt es in Deutschland, die sich alle einem jährlichen Vergleich stellen, um dadurch kontinuierlich Verbesserungspotentiale zu entwickeln.
Eine der größten Innovationen ist die Einführung der Ersthelfer App Region der Lebensretter in der Region Bodensee-Oberschwaben im Sommer 2025. Über 23.500 Helfende, die den regulären Rettungsdienst ergänzen, sind in Baden-Württemberg. Dadurch werden bei einem Herzstillstand professionelle Ersthelfer geortet und dann per Handy-App alarmiert. Wer eine entsprechende Reanimations-Ausbildung hat, kann sich bei www.regionderlebensretter.de registrieren und wird etwa zwei bis vier Mal im Jahr alarmiert. „Sie können ein Menschenleben in ihrem unmittelbaren Umfeld retten. Es ist ein unfassbar wunderschönes Erlebnis“, so Prof. Dr. med. Wenzel.