Ärztliche Leitung

Dr. Daniel Stierle, Leitender Arzt

Dr. med.
Daniel Stierle

Oberarzt
MedicalGrafics - creative commons CC BY-ND 4.0

Herzinsuffizienz

Im Klinikum Friedrichshafen bieten wir Ihnen aufgrund der langjährigen Erfahrung unserer Experten eine umfassende Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz auf höchstem Niveau.

Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist das Herz durch eine eingeschränkte Pumpfunktion nicht fähig, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Herzschwäche ist eine ernste Erkrankung, die möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte.

Obwohl die Diagnose Herzinsuffizienz die häufigste zur Krankenhausaufnahme führende Gesundheitsstörung ist, ist die Kenntnis über dieses Krankheitsbild deutlich geringer als über Diagnosen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen. Daher ist es wichtig, typische Beschwerden dieser Erkrankung zu erkennen, um sich rechtzeitig behandeln zu lassen.

Die Symptome sind je nach Art und Ausprägung der Herzschwäche unterschiedlich, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten.

Die ersten Symptome einer Herzschwäche zeigen sich meist in Situationen, in denen das Herz eine höhere Pumpleistung erbringen muss.

  • Bei körperlicher Anstrengung treten typischerweise schnell Atemnot und vorzeitige Ermüdung ein.
  • Auch Wassereinlagerungen, vor allem im Bereich der Beine, sind ein mögliches Symptom für Herzschwäche.

Sowohl Atemnot, als auch Wassereinlagerungen kommen von einem Rückstau des Blutes vor den schwachen Herzkammern.

Die Beschwerden können entweder langsam und schleichend entstehen, dann spricht man von einer chronischen Herzinsuffizienz. Oder die Erkrankung tritt plötzlich auf mit akuter Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Dann ist von einer akuten Herzinsuffizienz die Rede. Dies kann beispielsweise bei einem Herzinfarkt auftreten.

Welche Formen der Herzinsuffizienz gibt es?

Die systolische Herzinsuffizienz ist eine seit vielen Jahren bekannte Form der Herzschwäche. Die Herzkammer ist in ihrer Pumpleistung so eingeschränkt ist, dass pro Herzschlag nicht ausreichend Blut aus der Herzkammer gepumpt werden kann.

Durch die verminderte Pumpleistung der Herzkammer entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Vergrößerung der Herzkammer (Dilatation) mit einem erhöhten Blutvolumen in der Herzkammer und daraus resultierend ein erhöhter Druck mit dem Rückstau des Blutes vor dem Herzen.

Patienten mit dieser Form der Herzschwäche wurden früher in den Untersuchungen häufig übersehen. Denn das Problem liegt hierbei nicht in einer eingeschränkten Pumpleistung der Herzkammer, sondern einer gestörten Füllung.

Nachdem die Herzkammer ihr Blut in den Kreislauf ausgeworfen hat, sollte sich eine gesunde Herzkammer wieder entspannt mit Blut füllen können. Genau diese Entspannungsphase des Herzmuskels kann durch unterschiedliche Ursachen gestört sein, sodass das Blut nicht mehr ungehindert in die Herzkammer fließen kann. In diesem Fall bleibt die Herzkammer oft normal groß, zeigt eine normale Pumpfunktion, jedoch aufgrund von steifen Herzwänden ist die Füllung des Herzens mit Blut behindert.

Auch hierbei entsteht ein Rückstau vor der Herzkammer, mit obengenannten Folgen und Beschwerden.

Es gibt auch die Kombination aus systolischer und diastolischer Herzinsuffizienz, die Beschwerden sind dann noch ausgeprägter.

Welche Ursachen hat die Herzinsuffizenz?

Die häufigste Ursache einer Herzschwäche ist eine Gefäßverengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose, Koronarsklerose). Aufgrund von Ablagerungen in der Gefäßwand, welche zu Verengungen (Stenosen) oder Verschlüssen von Herzkranzgefäßen führen, wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Ein langjähriger, unzureichend behandelter Bluthochdruck sorgt dafür, dass der Herzmuskel gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss. Hierdurch kommt es zu einer Verdickung der Herzwände und durch die erhöhte Steifigkeit zur einer diastolischen Herzinsuffizienz.

Bleibt dieser Zustand längere Zeit unbehandelt, kommt es auf Dauer auch zu einer Verminderung der Pumpleistung.

Unsere Herzklappen arbeiten wie Ventile und lassen das Blut in der Regel nur in eine Richtung passieren. Öffnen oder schließen diese Klappen nun nicht mehr richtig (Herzklappenstenose, Herzklappeninsuffizienz) führt auch dies auf Dauer zu einer krankhaften Belastung des Herzmuskels und somit zu der Entstehung einer Herzschwäche.

Sobald sich bei einer hochgradigen Undichtigkeit oder Verengung einer Herzklappe die Pumpfunktion aufgrund der erheblichen Belastung zusätzlich reduziert, verstärken sich die Beschwerden erheblich.

Eine weitere Ursache, die zu einer Herzschwäche führen kann, ist eine angeborene oder erworbene Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie). Hierbei verändert sich die Struktur des Herzmuskelgewebes. Es kann beispielsweise dicker und steifer werden. Es gibt allerdings auch Formen, bei denen der Herzmuskel immer dünner und schwächer wird.

Eine akute Form einer Herzmuskelerkrankung ist die Myokarditis. Hierbei handelt es sich um eine akute Entzündung des Herzmuskels, häufig durch Viren oder andere Erreger ausgelöst. Auch hier kann es zu einer akuten Verschlechterung der Pumpleistung mit plötzlich einsetzenden Beschwerden kommen.

Herzrhythmusstörungen, wie z.B. das Vorhofflimmern, werden häufig vom Patienten nicht bemerkt, sodass über Tage und Wochen ein deutlich zu hoher Puls (>100/min) bestehen kann. Dies kann über kurz oder lang zu einer Herzschwäche führen.

Übermäßiger Konsum von Alkohol und Drogen schädigt das Herz und erhöht das Risiko, an einer Herzschwäche zu erkranken.

Ein angeborener Herzfehler ist eine Fehlbildung des Herzens und/oder der herznahen Gefäße. Beispielsweise können die Herzkammern oder Teile der Gefäße nicht richtig ausgebildet oder falsch angeordnet sein. Herzfehler treten in vielen verschiedenen Varianten auf. Ist das Herz aufgrund des Herzfehlers einer dauerhaften Überlastung ausgesetzt, so kann das zu einer Herzschwäche führen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung von herzinsuffizienten Patienten richtet sich nach den Ursachen der Erkrankung. Sie ist komplex und vielschichtig.

Wir bieten eine große Expertise und einen ganzheitlichen Blick auf den Patienten. Wir erstellen für jeden Erkrankten ein individuelles Therapiekonzept, das über die stationäre Behandlung im Krankenhaus hinausgeht.

An erster Stelle der Behandlung einer Herzschwäche steht die medikamentöse Therapie. Insbesondere in den letzten Jahren wurden neue Medikamente mit vielversprechenden Ergebnissen getestet und sind bereits im Alltag etabliert.

Diese Medikamente führen bei dauerhafter Einnahme zu einer deutlichen Verbesserung der Pumpleistung und somit auch zur Besserung der Beschwerden. Dazu liegen exzellente Studienergebnisse vor.

Es ist jedoch wichtig, von Experten behandelt zu werden, um aus der Vielzahl von Medikamenten die beste Lösung oder die beste und verträglichste Kombination für den einzelnen Patienten zu finden.

Sowohl im Bereich der nicht-invasiven, als auch der invasiven Diagnostik und Therapie bieten wir Ihnen Qualität auf höchstem Niveau.

Durch eine Herzkatheteruntersuchung können beispielsweise die Herzkranzgefäße und somit die Durchblutung des Herzmuskels überprüft werden. Die Untersuchung erfolgt schonend und minimal-invasiv über die Armarterie (Arteria radialis). 

Sollten hierbei Verengungen oder sogar ein Verschluss eines Gefäßes auffallen, kann in der Regel in derselben Sitzung eine sofortige Behandlung erfolgen (Ballondilatation, Stentimplantation).

Mehr Informationen:

Vor einem möglichen operativen Eingriff an den Herzklappen erfolgt eine umfassende Diagnostik. Hier spielt vor allem der Herzultraschall (TTE, TEE) eine große Rolle. Dabei kann die Funktion der Klappen sehr gut beurteilt werden und das mögliche operative Vorgehen geplant werden.

Danach erfolgt dann die Entscheidung in Absprache mit der kooperierenden Herzchirurgie (Heart-Team-Entscheidung), ob die Operation am offenen Herzen durchgeführt wird oder mittels kathetergestützter Implantation.

Bei der kathetergestützten Klappentherapien sind das TAVI- und MitraClip-Verfahren wichtig. Als eines von wenigen Zentren in Deutschland bieten wir hier im Hause auch eine Versorgung einer schweren Trikuspidalklappeninsuffizienz mittels TriClip-Verfahren an.

Mehr Informationen:

Bei Patienten, bei denen trotz einer optimalen medikamentösen Therapie weiterhin eine schwere Herzschwäche besteht, ist das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöht. Aufgrund der eingeschränkten Pumpleistung kann es zu bösartigen Herzrhythmusstörungen kommen, die eine schnelle Behandlung notwendig machen. Dafür stehen implantierbare Defibrillatoren zur Verfügung, die einen zeitnahen, lebensrettenden Schock abgeben können.

Zusätzlich besteht bei diesen Patienten auch häufig eine Leitungsstörung im Herzen (Schenkelblock), welche zu einem asynchronen Pumpverhalten der linken und rechten Herzkammer führen kann. Dies schwächt zusätzlich die Belastbarkeit des Patienten im Alltag und führt zu einem Fortschreiten der Erkrankung. Hier kann ebenfalls durch Implantation eines Defibrillators Abhilfe geschaffen werden. Ein zusätzlich implantiertes Kabel kann die Synchronisation beider Kammern wieder herstellen und somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

In unserer Klinik stehen alle Geräte zur Behandlung der Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen zur Verfügung (Herzschrittmacher, Defibrillator, subkutaner ICD, CRTD, CRTP, CCM, kabellose Schrittmacher)

Mehr Informationen:

Bei herzinsuffizienten Patienten kann es nicht selten zum Auftreten von sowohl gutartigen wie auch bösartigen Herzrhythmusstörungen kommen.

Herzinsuffiziente Patienten mit Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Vorhofflimmern, Vorhofflattern oder bösartigen Herz­rhythmusstörungen der Herzkammer,  profitieren von einer frühzeitigen und konsequenten Behandlung. Belastbarkeit, Lebensqualität aber auch Lebenserwartung können deutlich steigen.

Unsere elektrophysiologische Sektion kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und berät Sie gerne zur der Behandlung jeglicher Herzrhythmusstörungen.

Weitere Informationen:

Die Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin des Medizin Campus Bodensee bietet exzellente Medizin und eine umfassende Behandlung akuter und chronischer Herzerkrankungen auf höchstem Niveau für die Region Bodensee/Oberschwaben.

Artikel teilen Facebook Facebook Mail