Prof. Dr. med.
Roman Huber

Chefarzt

Informationen für Patienten

Wie kommt es zu einem Schlaganfall und wie behandeln wir die Erkrankung?

Die Ursachen

Schlaganfall hat zwei gegensätzliche Ursachen: Gefäßverschluss oder Gehirnblutung. Sie verursachen trotz des Unterschieds gleichartige Symptome..

Der größte Teil aller Schlaganfälle (85-90 %) wird durch Verstopfung einer Ader im Kopf ausgelöst. Für Teile des Gehirnes führt dies zu einem Abschneiden von der Blutzufuhr und damit von der Sauerstoff- und Glukose(Zucker)-Versorgung. Das Gehirn ist dafür anfälliger als andere Organe, da es nahezu ausschließlich Zucker unter Verwendung von Sauerstoff verstoffwechselt.

Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, muss daher innerhalb kürzester Zeit versucht werden, die Blutzufuhr wiederherzustellen. Dies kann durch Einsatz spezieller Medikamente gelingen. Diese Medikamente („Fibrinolytika“) kehren die Blutgerinnung um, verflüssigen also bereits geronnenes Blut. Sie können jedoch im Rahmen der Routinebehandlung nur innerhalb sehr enger Zeitgrenzen eingesetzt werden (bis maximal 4,5 h über die Vene bzw. bis maximal 6 h über die Arterie). 

Verstopfung von gehirnversorgenden Adern werden ausgelöst von:

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Mikroangiopathie (Störung der kleineren Gefäße im Kopf)
  • Kardiale Embolien (Blutgerinnsel aus den Herzen)
  • Gruppe seltener Ursachen

Während die ersten drei Erkrankungen insbesondere im höheren Lebensalter auftreten, sind Ursachen aus der Gruppe seltener Erkrankungen gerade bei jüngeren Patienten häufiger.

Die Behandlung muss sofort beginnen. Die detaillierte Abklärung eines Schlaganfalles hinsichtlich der zugrunde liegenden Ursache hilft oft, neue Schlaganfälle zu vermeiden.

Ein kleinerer Teil der Schlaganfälle (10 - 15 %) wird durch eine Gehirnblutung verursacht. Hierbei kommt es zu einem Gefäßriss, bei dem Blut aus der Ader in das Gehirn oder den Raum zwischen Gehirn und Knochen eindringt. Dieses Blut verdrängt und quetscht dabei Gehirngewebe, da der zur Verfügung stehende Raum im Kopf durch den nicht nachgebenden Knochen begrenzt wird. Bereits verhältnismäßig geringe Mengen an Blut von wenigen Millilitern (>30 ml) werden dabei häufig nicht überlebt. Therapeutisch stehen insbesondere operative Maßnahmen bei Blutungen zwischen Gehirn und Kochen, z. T. aber auch bei Blutungen in das Gehirn, zur Verfügung. 

Die Ursachen für Hirnblutungen sind u. a.:

  • Bluthochdruck
  • Schädelverletzungen
  • Gefäßaussackungen (Aneurysmata)
  • Andere Gefäßveränderungen (AV-Malformationen u. ä.)
  • Blutgerinnungsstörungen

Stationäre Behandlung

Das Leistungsspektrum der Schlaganfall-Station (stroke unit) umfasst neben kontinuierlicher ärztlicher Betreuung , die in der Akutphase wichtige 24-stündige Bereitschaft für bildgebende Maßnahmen. Sie ist für eine jederzeit rasche Diagnosesicherung und individuelle Therapieausrichtung wesentlich.

Immer häufiger werden medikamentöse Maßnahmen zur Gefäß-Wiedereröffnung ergriffen (Fibrinolyse). In selteneren Fällen werden zusätzlich mechanische Verfahren angewendet  - dann in Kooperation mit der Neuroradiologie der Oberschwabenklinik.

In den Tagen nach einem Schlaganfall ist zunächst eine kontinuierliche Überwachung aller wichtiger Körperfunktionen notwendig (u. a. Puls, Blutdruck und Atmung).

Im Weiteren erfolgt eine ausführliche Ursachenabklärung u.a. durch Ultraschalluntersuchungen der gehirnversorgenden Blutgefäße sowie des Herzens, dauerhafte  EKG- und Blutdruck-Messungen, Blutanalysen und weitere  bildgebende Untersuchungen.

Zeitgleich erfolgt eine Behandlung der entstandenen Defizite durch krankengymnastische, logopädische und ergotherapeutische Maßnahmen.

Seit 2017 ist die Klinik für Neurologie als „Regionales Schlaganfallzentrum“ (stroke unit) zertifiziert. Die optimale Versorgung der Patienten wird zudem über eine Teilnahme am Qualitätssicherungsverfahren des Landes Baden-Württemberg ständig überwacht und gewährleistet. 

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