Ihr Lebensmotto: Carpe diem!
Elena Ningre ist 80 Jahre alt und arbeitet noch immer Vollzeit im Klinikum Friedrichshafen
Elena Ningre ist nicht nur eine der langjährigen vollzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen, sondern mit Abstand die Älteste unter den rund 1400 Mitarbeitenden des Klinikums Friedrichshafen. Vor wenigen Tagen feierte Elena Ningre ihren 80. Geburtstag und will, wenn es nach ihr geht, noch möglichst lange weiterarbeiten auf „ihrer“ PG 20 im Mutter-Kind-Zentrum (Mukiz).
155 Zentimeter und wieselflink
Wer hinter der immer in blau gekleideten und nur 155 Zentimeter großen Frau mit dem blonden Zopf herläuft, vermutet keinesfalls, dass sie schon längst in Rente sein könnte und Großmutter und Uroma ist. Wieselflink auf modernen Laufschuhen ist die Krankenpflegehelferin auf der Früh- und Neugeborenenstation (PG 20) unterwegs oder zwischen dem Mukiz und dem Haupthaus des Klinikums. „Elena“ kümmert sich – um die kleinsten Patienten, um deren Eltern, um Belange der Station und Kollegen. Immer herzlich, immer zurückhaltend und immer bescheiden. „Sie ist ein Brillant unter meinen Mitarbeitenden – 80 Jahre alt, Vollzeit und immer engagiert arbeitend“, lobt MCB-Pflegedirektorin Claudia Keller. „Carpe diem ist schon immer mein Lebensmotto“, sagt sie leise mit ihrem nicht zu überhörenden sympathischen französischen Akzent.
Ein stiller Brillant
1946 als Französin in Italien geboren, trieb sie intensiv Sport, ging als junge Frau nach Paris, arbeitete in einigen Berufen und zog sie in den 1980er Jahren mit ihrem Mann und den vier Kindern nach Friedrichshafen, weil Monsieur Ningre als Angehöriger der französischen Armee in die hiesige Garnison versetzt worden war. Wie schon in der Heimat, meldete Madame Ningre ihre sportliche Familie unter anderem im Schwimmverein Friedrichshafen an, weil alle trotz sprachlicher Schwierigkeiten weiter im Schwimmsport aktiv bleiben wollten. Die fünf Ningres blieben nicht lange unter sich, die Kinder gewannen Wettbewerbe, nicht nur im Schwimmen, und Trainerin Elena gewann viele andere französische Kinder für den aktiven Schwimmsport.
Herz für die Kleinsten
Als sich das Ehepaar Ningre trennte, blieben Elena und ihre Kinder in Friedrichshafen – als geschiedene alleinerziehende Mutter von vier Kindern suchte und fand sie zuerst Arbeit in der französischen Kommandantur und nach einem intensiven Deutschtraining dann im damaligen städtischen Krankenhaus. Seit Mitte Dezember 1992 ist sie hier ununterbrochen tätig, ist ihrem Beruf sowie den ihr anvertrauten Menschen stets mit großer Loyalität und Hingabe verbunden. Egal ob anfänglich in der Bauchchirurgie oder seit 1994 in der Kinderklinik, wo sie regelmäßig die Kinderintensivstation unterstützte, in der sie längst dauerhaft im Einsatz ist.
Im Krankenhaus waren und sind ihre wertvollen Sprachkenntnisse gefragt, wenn im Klinikum französische Patienten versorgt werden. Ihre Hilfs- und Einsatzbereitschaft kennt kaum Grenzen und wird höchstens von ihrer bemerkenswerten menschlichen Zuwendung und Bescheidenheit getoppt.
Am Morgen nach ihrem 80. Geburtstag überraschte sie um 7:45 Uhr Dr. Jan-Ove Faust auf der PG 20, um ihr herzlich zu gratulieren und zu danken, für ihre großartige Arbeit. Dass so viel „Rummel“ um sie gemacht wurde, machte Elena Ningre sichtbar verlegen…