Patienteninformationen

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Untersuchungsmethoden und den häufigsten Gefäß-Erkrankungen. Haben Sie Fragen? In unserer Sprechstunde beraten wir Sie gerne ausführlich.

Duplexsonografie und Dopplersonografie

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden in der Gefäßmedizin sind die Dopplersonografie und die farbcodierte Duplexsonografie (Farbdarstellung und Flusseigenschaften der Gefäße mithilfe der Ultraschalltechnik). Mit ihrer Hilfe lassen sich anatomische und funktionelle krankhafte Veränderungen an den Gefäßen eindrucksvoll darstellen.

Wir führen diese Untersuchung an unserer Klinik mit einem modernen Duplexgerät durch.

Angiografie

Bei ausgedehnten Gefäßveränderungen ist eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel häufig nicht zu umgehen.

Bei der Angiografie durch die Radiologische Abteilung wird das Gefäß mit einem Katheter sondiert. Durch die Gabe von Kontrastmittel erhält man ein genaues Bild des gesamten Gefäßabschnitts. Es zeigt krankhafte Veränderungen auf, wie Verengungen (Stenosen), Verschlüsse in den Arterien oder Thrombosen im venösen System.

Oft kann bei der Untersuchung gleichzeitig die erforderliche Therapie durchgeführt werden. Zum Beispiel durch eine Ballondilatation (PTA, eventuell mit Stenteinlage) oder durch eine Lyse (Auflösung eines Blutgerinnsels).

Angio Computertomografie (Angio CT)

Diese Untersuchung spielt eine wichtige Rolle für die Ausmessung und Therapieplanung bei Aorten-Aneurysmen.

Magnetresonanz-Angiografie (MR Angio)

Eine Alternative zur Angiografie ist die Kernspin-Untersuchung der Blutgefäße. Sie liefert nicht-invasiv wertvolle Informationen über die Morphologie des Gefäßsystems.

Das Aorten-Aneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader, entweder im Brustraum oder im Bauchraum. Die Hauptgefahr besteht in der lebensgefährlichen Blutung beim Platzen des Aneurysmas (Ruptur). Auch die Verschleppung von Blutgerinnseln (Embolisation) ist möglich.

Ursache ist meist eine Wandschwäche der Arterie auf dem Boden einer Arteriosklerose.

Symptome

Aneurysmen teilt man ein in asymptomatische, symptomatische und rupturierte (geplatzte) Aneurysmen.

  • Asymptomatische Aneurysmen: keine Symptome zu spüren, häufig Zufallsbefund durch Ultraschalluntersuchung
  • Symptomatische Aneurysmen: Schmerzen im Bauchraum oder im Rücken
    Diese Symptome deuten auf eine drohende Ruptur hin und es besteht eine dringende Therapieindikation.

Bei den geplatzten (rupturierten) Aortenaneurysmen ist eine Notoperation erforderlich. Sie kann allerdings häufig den Patienten nicht mehr vor dem Verbluten retten kann.

Behandlungsindikation

Platzt ein Aneurysma, ist die Gefahr zu verbluten sehr hoch (Letalität 80 -90 %). Das Rupturrisiko steigt ab einer Größe von fünf Zentimeter Durchmesser. Daher sollte spätestens ab diesem Durchmesser behandelt werden.

Therapie

Bei der klassischen Methode wird mit einer Operation die krankhaft erweiterte Bauchschlagader durch eine Gefäßprothese ersetzt. Dabei wird der Bauchraum geöffnet.

Die neuere Therapie ist die endovaskuläre Stentgraft-Implantation EVAR (Endovascular Aneurysm Repair). Bei dieser Methode wird ein entfaltbares Metallgitter mit einer Kunststoffbeschichtung in das Aneurysma eingebracht. Es entfaltet sich dort und dichtet das Aneurysma von innen zuverlässig ab. Der Eingriff erfolgt mit einem Katheter durch die Leistenarterien und erfordert lediglich zwei kleine Schnitte.

Bei dafür geeigneten Patienten ist diese Therapie deutlich risikoärmer als die herkömmliche Operationsmethode.
 

Dr. Gerbig erklärt Diagnose und Therapie in diesem Video: Das Bauchaorten-Aneurysma.

Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlußerkrankung pAVK) - Schaufensterkrankheit, Raucherbein

Bei der pAVK handelt es sich um Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten infolge von Engstellen oder Verschlüssen der Beinarterien.

Ursachen

Ursache ist die Arteriosklerose der Gefäßwand durch Ablagerungen. Risikofaktoren sind: Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und erbliche Faktoren.Bei jüngeren Menschen kann auch eine entzündliche Gefäßerkrankung der Grund sein.

Symptome

Symptome sind Schmerzen vor allem in den Waden, manchmal auch in den Oberschenkeln oder im Gesäß bei Belastung, beim Laufen und schnellen Gehen.

Man unterteilt die Durchblutungsstörung nach Schweregrad in vier Gruppen:

  • Stadium I
    Im asymptomatische Stadium macht den Betroffenen die Erkrankung noch keine wesentlichen Beschwerden. Sie verspüren allenfalls eine etwas raschere Ermüdung der Beinmuskulatur bei körperlicher Anstrengung (v.a. in den Waden).
  • Stadium II
    Hier treten deutliche Schmerzen beim Gehen auf. Im Stadium IIa ist die schmerzfreie Gehstrecke noch über 200 Meter, im Stadium IIb unter 200 Meter. Es kann so ausgeprägt sein, dass der Patient nur noch wenige Schritte im Zimmer schmerzfrei laufen kann.
  • Stadium III
    Das Stadium III bedeutet, dass die Minderdurchblutung schon so weit fortgeschritten ist, dass bereits in Ruhe Schmerzen auftreten. Typisch sind vor allem nächtliche Schmerzen, die sich etwas bessern, wenn der Patient das betroffene Bein aus dem Bett hängen lässt. Schmerzfreies Gehen ist praktisch nicht mehr möglich.
  • Stadium IV
    Im Stadium IV hat bereits ein Gewebeuntergang aufgrund der Mangeldurchblutung stattgefunden. Geschwüre und Ulcera (totes Gewebe) treten auf. Umgangssprachlich wird das auch als Raucherbein bezeichnet.

Diagnostik

Eine wesentliche Rolle spielt hier die klinische Untersuchung.

Sind die Fußpulse tastbar? Wie ist die Hautbeschaffenheit, bestehen Gefühlsstörungen, wie weit kann der Patient gehen, bevor Schmerzen in den Waden auftreten?

Weitere Informationen gibt die Ultraschalltechnik mit der Doppler- und der farbgesteuerten Duplexuntersuchung.

Meistens wird bei entsprechenden Symptomen eine Angiografie (Röntgenkontrastmitteldarstellung der Gefäße) oder eine Kernspin-Untersuchung durchgeführt.

Therapie

Beim Stadium I wird nicht operativ behandelt. Die Vermeidung und Behandlung von Risikofaktoren spielt die größte Rolle.

Beim Stadium IIa spielt vorrangig die konservative Therapie mit Geh- und Lauftraining eine Rolle. Dadurch können erhebliche Verbesserungen erzielen werden.

Beim Stadium IIb ist eine Ballonaufdehnung oder operative Therapie angezeigt. Allerdings sollten die Eingriffe möglichst auf den Abschnitt zwischen dem Kniegelenk und der Beckenregion beschränkt bleiben.

Mögliche Eingriffe sind.:

  • Ballonaufdehnung und Stenteinlage bei den Beckenarterien
  • Ausschälen der Ablagerungen in den Gefäßen der Leiste oder in der Beckenarterie
  • Profundaplastik: Verbessern des Bluteinstroms in die tiefe Beinarterie in der Leiste
  • Anlage eines Bypasses auf die Kniekehlenarterie noch oberhalb des Kniegelenks entweder mit einer Kunststoffprothese oder körpereigenem Venenmaterial

Alternativ ist eine konservative Therapie mit Gehtraining in bestimmten Fällen unter Vermeidung eines operativen Eingriffs möglich. Zusätzlich kann auch medikamentös versucht werden, eine Besserung der Durchblutung zu erreichen

Stadium III: Hier ist eine Verbesserung bzw. Wiederherstellung des Blutflusses unumgänglich, dazu muss meistens ein Bypass auf ein Blutgefäß im Unterschenkel angeschlossen werden, wenn immer möglich mit körpereigener Vene. Zum Teil kann die Durchblutung auch durch endovaskuläre Verfahren durch Aufdehnung (PTA) von Gefäßen bzw. Stenteinlage verbessert werden.

Das Gleiche gilt für das Stadium IV. Entweder ist ein Bypass auf die Unterschenkelgefäße oder sogar auf ein Fußgefäß erforderlich. Oder es gelingt mit einem oder mehreren Ballons bzw. Stents die Gefäße wiederzueröffnen, um eine Abheilung der chronischen Wunden zu erreichen. Postoperativ ist immer eine Blutverdünnung nötig um den Bypass offenzuhalten.

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache mit 100.000 Fällen pro Jahr in Deutschland. Etwa ein Drittel der Patienten mit Schlaganfall bleibt auf Dauer behindert oder pflegebedürftig.

Es handelt sich dabei nicht um ein schicksalhaftes Ereignis, dem man hilflos ausgesetzt ist, sondern um eine Erkrankung, der man mit einer entsprechenden Vorbeugung und Therapie entgegentreten kann.

Hauptrisikofaktoren für den Schlaganfall sind Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Rauchen, Diabetes Mellitus, Alkoholgenuss und erhöhte Blutfettwerte.

Symptome

Häufig sind zunächst eher "unscheinbare" Symptome, beispielsweise kurzfristige Pelzigkeit in den Fingern, ein leichtes Schwächegefühl in einem Bein oder einem Arm, Sprachstörungen oder Sehstörungen.

Meistens dauern diese Symptome nur wenige Sekunden oder Minuten. Sie sind Ausdruck einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Charakteristisch für diese Symptome ist, dass sie sich fast immer vollständig zurückbilden, aber sich natürlich wiederholen können.

Selbstverständlich kann aber auch ein Schlaganfall ohne Vorwarnung auftreten mit kompletter Lähmung des Beines und Armes auf einer Seite und der Unfähigkeit zu sprechen.

Man unterscheidet vier verschiedene Stadien der neurologischen Symptomatik:

  • Stadium I (asymptomatisch)
    Engstellen oder sogar Verschlüsse der Halsschlagadern ohne Funktionsstörungen
  • Stadium IIa (symptomatisch)
    Sehstörungen im Sinne von kurzfristiger Blindheit auf einem Auge (Amaurosis Fugax)
  • Stadium IIb
    Schwäche und Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte sowie Sprachstörungen, die sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurückbilden. (TIA, Transitorisch Ischämische Attacke)
  • Stadium III
    Unmittelbar drohender oder sich ausbildender Schlaganfall (Stroke in Progression)
  • Stadium IV
    Bereits erlittener kompletter Schlaganfall mit fehlender oder unvollständiger Rückbildung der Ausfallerscheinungen

Diagnostik

  • Neurologische Untersuchung (Untersuchung des Gehirns und der Nerven), um die Ursachen der Funktionsstörungen eher eingrenzen zu können
  • Ultraschalluntersuchung zur Darstellung einer Verengung  oder eines Verschlusses der Halsschlagadern und der Hirngefäße
  • Computertomografie des Schädels (CT) zur Unterscheidung einer Blutung  oder einer Durchblutungsstörung
  • Kernspinuntersuchung zur weiteren Beurteilung der Durchblutung des Gehirns
  • Röntgenkontrastdarstellung (Angiografie) der Halsschlagadern

Therapie

Die größte Bedeutung in der Schlaganfallstherapie hat die Vorbeugung eines drohenden Schlaganfalls.

Die Durchblutungsstörung entsteht am häufigsten durch Mikroembolien, das sind kleinste Partikel, die aus den Ablagerungen der Halsschlagader durch die Verengung mitgerissen werden und sich dann im Gehirn in sehr kleinen Gefäßen festsetzen und die Gefäße verschließen.

Der nachgeschalteten Hirnabschnitt wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind umkehrbare oder bleibende neurologische Schäden und Funktionsstörungen.

Die Aufgabe einer Therapie ist es, diese Mikroembolien zu vermeiden. Das kann durch das Einnehmen von blutverdünnenden Medikamenten geschehen. Oder durch die operative bzw. die endovaskuläre Therapie. Dabei werden die Ablagerungen aus der Halsschlagader operativ entfernt (TEA) oder die Engstelle durch einen Ballon über einem Katheter aufgedehnt und mit einem Stent stabilisiert.

Je nach Ausprägung der Engstelle und nach Symptomatik wird eine individuell angemessene Behandlung durchgeführt.

Stadium I

Bei asymptomatischen Carotisstenosen unter einem Verengungsgrad von 70 % wird man konservativ, also medikamentös eine Prophylaxe durchführen. Man versucht die Emboliegefahr durch Blutverdünnung zu verringern. Trotzdem kann es in seltenen Fällen auch bei relativ geringen Verengungsgraden zu einem Schlaganfall kommen.

Bei höhergradigen Verengungen der Halsschlagadern (80 - 90 %) entscheidet man sich eher für einen invasiven Eingriff zur Beseitigung der Stenose - in den meisten Fällen operativ.

Bei  Verschlüssen der Halsschlagader wird im Normalfall nicht operiert, da eine Wiedereröffnung des Gefäßes entweder nicht möglich ist oder der Patient von dem Eingriff nicht profitiert. Die Blutversorgung des Gehirns wird dann durch andere Gefäße gesichert.

Stadium II

Treten erste (Seh-) Störungen auf, ist die Indikation für eine Operation oder eine endovaskuläre Intervention gegeben. Patienten, die aufgrund der Durchblutungsstörungen schon vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen hatten (TIA, Transitorisch ischämische Attacke), sollten operiert werden.

OP Verfahren: Das Verfahren der Wahl ist nach wie vor die operative Ausschälung der Ablagerungen in der Halsschlagader (TEA, Thrombendarteriektomie). Das Gefäß wird dann mit einem Patch aus Kunststoff oder Venenmaterial wieder verschlossen.

Die alternative OP-Methode ist die EEA (Eversionsendarteriektomie). Hier wird das abgetrennte betroffene Gefäß über den Ablagerungszylinder aufgerollt, bis dieser Zylinder aus dem Gefäß herausgezogen werden kann. Das Gefäß wird dann wieder mit dem Hauptgefäß durch eine Naht vereinigt.

Beide Methoden sind gleich sicher und zeigen ähnlich gute Ergebnisse.

Während des Ausschälens und Vernähens des Blutgefäßes muss der Blutfluss im Gefäß unterbrochen werden. Normalerweise reicht die Blutversorgung des Gehirns durch den Zufluss anderer Gefäße aus. Nur in ca. 10 - 20 % der Fälle reagiert das Gehirn mit einer Minderdurchblutung.

Das wird durch das Neuromonitoring zur Kontrolle der Gehirnfunktion überwacht. Sollte eine Situation auftreten, bei der es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns kommt, legt man einen Shunt (Kunststoffröhrchen) als vorübergehenden Bypass während der Operation ein. Er wird am Ende der Operation wieder entfernt.

Trotz aller technischen Möglichkeiten und modernen OP Verfahren bleibt aber immer noch ein geringes Restrisiko eines Schlaganfalls während und nach der Operation.

Bei allen operierten Patienten ist eine Blutverdünnung erforderlich.

Wichtig ist eine regelmäßige Nachsorge, die normalerweise jährlich erfolgt. Dabei wird durch eine Ultraschalluntersuchung geklärt, ob sich wieder eine Verengung gebildet hat oder ob zum Beispiel eine bisher noch nicht behandlungsbedürftige Verengung der anderen Halsschlagader jetzt behandelt werden sollte.

Stadium III und IV

Gab es bereits einen Schlaganfall, werden nur die Folgen des Schlaganfalls behandelt. Bei einer hochgradigen Verengung der Halsschlagader sollte die bestehende Verengung möglichst innerhalb von zwei Wochen nach erlittenem Schlaganfall beseitigt werden, damit nicht ein erneuter Schlaganfall auf dieser Seite die neurologische Situation noch weiter verschlechtert.

In Ausnahmefällen wird eine Sofortoperation innerhalb von drei bis sechs Stunden nach Einsetzen einer Schlaganfall-Symptomatik nötig (Stadium III), wenn der Patient noch bei Bewusstsein ist.

Ballonaufdehnung ( PTA) und Stent oder Operation?

In den letzten Jahren hat die Behandlung der Halschlagaderverengung mit der Kathetertechnik stark zugenommen (Stent und PTA ). Dabei wird die Verengung zunächst mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und dann mit einem Metallgitterröhrchen (Stent) geschient. Vorteil dieser Methode ist der Verzicht auf eine Narkose, sowie die geringere Gewebeschädigung im Vergleich zur offenen Operation.

Ohne Zweifel erscheint diese Technik überzeugend. Zum Beispiel ist es bei bereits an der Halsschlagader operierten Patienten wesentlich einfacher und risikoärmer, eine erneute Enge aufzudehnen als eine weitere Operation vorzunehmen.

Die bisher vorliegenden vergleichenden großen Studien zur Indikation der Stentbehandlung der Carotisstenose belegen im Moment noch einen  gewissen Vorteil für die klassische offene Operation. Vor allem, weil es während des Eingriffs zu weniger Komplikationen kommt als bei der Stentbehandlung.

Die mittelfristigen Ergebnisse sind bei beiden Methoden vergleichbar. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor, allerdings werden dazu weltweit weitere Studien durchgeführt.

Diese Methode sollte zum jetzigen Zeitpunkt nur Zentren, wie dem Gefäßzentrum Friedrichshafen vorbehalten sein, in denen beide Verfahren beherrscht werden.

Definition

Venen sind die Blutgefäße im Körper, die das verbrauchte, also sauerstoffarme Blut zurück zum Herz befördern.

Krampfadern, die Varizen, sind krankhaft erweiterte Venen unter der Haut infolge von Störungen der Venenklappen, die nicht mehr richtig schließen. Dabei fließt das Blut wieder zurück. Es staut sich in den Beinen und die Venen weiten sich aufgrund des zunehmenden Druckes. So entstehen die sichtbaren Krampfadern.

Ursachen

  • familiäre Belastung, also vererbt sind etwa 75 % aller Venenerkrankungen
  • zunehmendes Alter
  • Venenwandschwäche durch mechanische oder hormonelle Einflüsse (z.B. Schwangerschaft oder Stillzeit)
  • fehlende oder funktionsuntüchtige Venenklappen
  • hohes Körpergewicht
  • Schwangerschaft
  • chronische Verstopfung

Symptome

Krampfadern verursachen zunächst über viele Jahre keine nennenswerten Beschwerden. Auch Schwellungen treten erst in einem späteren Stadium auf. Zunehmend klagen dann die Patienten über ein Schweregefühl, verbunden mit „müden“ Beinen vor allem nach längeren Stehen oder Sitzen.

Ab und zu können nächtliche Wadenkrämpfe auftreten. In späteren Stadien kommt es zu deutlichen Hautveränderungen vor allem am Unterschenkel mit Verfärbungen. Die Haut wird teilweise „dünner“, es entstehen Verhärtungen. Die Durchblutung der Haut in diesem Bereich nimmt ab aufgrund des chronischen Drucks durch die Krampfadern. Im Endstadium kommt es zu „offenen Beinen“ mit schlecht oder gar nicht heilenden Geschwüren.

Perforansvenen nennt man die Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Beinvenensystem. Auch diese können insuffizient werden und sind ebenfalls häufig verantwortlich für die Entstehung eines offenen Beines (Ulcus cruris).

Weiterhin gibt es die Seitenastvarikosis und die Besenreiservarizen.

Diagnostik

Heutzutage ist die Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) die Technik  der Wahl, um die Darstellung und die Funktion der Venen mit genauer Lokalisation der Insuffizienzpunkte aufzuzeigen. Die früher fast immer durchgeführte Phlebographie (Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Venen) kann allerdings weiterhin bei besonderen Fragestellungen erforderlich werden.

Therapie

Eine Varikosis, die Beschwerden macht, ist auch behandlungsbedürftig! Das reicht zunächst vom konservativen Behandlungsversuch wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen bis zur Operation.

Eine Heilung ist durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht möglich. Man kann aber mit einer guten Kompressionsbehandlung die Symptome erheblich reduzieren und damit auch die Folgen vermeiden, zum Beispiel das Entstehen von offenen Beinen.

Will man die Funktionsstörung ursächlich behandeln, müssen die Venenanteile mit einer mangelhaften Klappenfunktion beseitigt bzw. ausgeschaltet werden. Das kann durch verschiedene Therapieformen erreicht werden:

  • Die klassische Operation nach Babcock:
    Diese geschieht bei der erkrankten äußeren Vene an der Innenseite des Beines in der Leiste durch die sogenannte „Crossektomie“. Der erkrankte Venenabschnitt wird mitsamt seinen Seitenästen unterbunden bzw. entfernt und gestrippt (d.h. herausgezogen).
    Das Rezidivrisiko ist aufgrund der weiterhin bestehenden Venenschwäche allerdings relativ hoch.
     
  • Endovaskuläre Therapie:
     Nachdem die Varizenbehandlung  auch eine  kosmetische Komponente beinhaltet, gibt es mittlerweile eine Vielfalt von Methoden auf dem Markt, die eine suffiziente Varizentherapie mit gleichzeitig guten  kosmetischen Ergebnissen erreichen (Laserbehandlung, Radiofrequenztherapie). Dabei wird die betroffene Stammvene durch einen speziellen eingeführten Katheter erhitzt und zerstört.

    Mittlerweile scheinen diese  Methoden die gleichen guten Ergebnisse zu erzielen wie die klassische Operationsmethode. Zurzeit wird diese Art der Behandlung allerdings noch nicht von allen Krankenkassen übernommen.
     
  • Flüssig-/Schaumverödung (Sklerosierung):
    Eine weitere Therapieform ist das Veröden von Varizen, dabei wird ein flüssiges oder schaumartiges Medikament in Varizen verschiedenen Durchmessers gespritzt. Dadurch wird eine künstliche Entzündung erzeugt. Als Folge verschließen sich die Krampfadern. Häufig kommt es allerdings bei dieser Therapieform zu einem Rezidiv.

Wir kooperieren eng mit der Bodensee Venenpraxis von Dr. Holl in Weingarten, die sich auf die endovaskulären Therapieverfahren spezialisiert hat.

Eine tiefe Venenthrombose ist ein Verschluss der tiefen Venen des Beins, im Bereich des Beckens, der Hohlvene im Bauch– und Brustraum, aber auch der Arme oder der Halsvenen durch Blutgerinnsel.

Sie bewirkt eine Stauung und Schwellung unterschiedlichen Ausmaßes z.B. des Beines. Sie kann eine Lungenembolie auslösen.

Bei der Lungenembolie wird das Blutgerinnsel in die Lunge abgeschwemmt. Es kann dort zu einem begrenzten oder sehr ausgedehnten Funktionsverlust der Lunge und des Herzens führen. Früher war die Sterblichkeit bei einer Lungenembolie hoch.

Ursachen

Es gibt eine Reihe von Ursachen:

  • längere Ruhigstellung, z.B. Gipsbehandlung nach Knochenbrüchen
  • lange Flugreisen
  • längere Bettlägerigkeit bei Erkrankung, sehr häufig nach Operationen (vor allem orthopädische und unfallchirurgische Operationen)
  • erworbene oder angeborene Blutgerinnungsdefekte
  • bösartigen Krebserkrankungen
  • Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. Anti-Baby-Pille)
  • Rauchen.

Symptome

  • dumpfe Schmerzen der Extremität (vor allem in der Wade)
  • Schwellung und Stauung, eventuell violette Verfärbung der Haut.

Diagnostik

An erster Stelle Ultraschalldiagnostik, daneben Phlebografie (Kontrastmittelröntgen der Venen), Computertomografie und Blutuntersuchungen.

Thrombophilie-Screening

Bei Patienten mit tiefen Venenthrombosen, bei denen keine offensichtlichen Risikofaktoren zutreffen, muss vor der medikamentösen Therapie ein Thrombophilie-Screening durchgeführt werden. Dabei werden verschiedene Gerinnungsfaktoren untersucht. Sollte das Ergebnis Hinweise auf einen angeborenen Defekt im Gerinnungssystem geben, wird in Absprache mit dem Gefäßmediziner eine dauerhafte lebenslange Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Marcumar) empfohlen, um weitere Thrombosen zu vermeiden.

Therapie

Prinzipiell dürfen bis auf wenige Ausnahmen praktisch alle Patienten sofort mobilisiert werden, also aufstehen und herumlaufen. Die Mobilisierung erfolgt mit einer optimalen Kompressionstherapie, entweder mit einer Wickelung mit Kompressionsbinden oder einem angepassten Kompressionsstrumpf.

Gleichzeitig wird eine Behandlung mit Heparin (Spritzen unter die Haut) vom ersten Tag an durchgeführt („Antithrombosespritzen“). Eine Vollheparinisierung (Infusionsbehandlung mit Heparin) verbunden mit einer stationären Aufnahme über eine Woche und gleichzeitiger Bettruhe, wie früher häufig praktiziert, ist in nur in den wenigsten Fällen erforderlich. Meistens kann dann auch zeitgleich mit einer Gabe von Marcumartabletten zur Blutverdünnung begonnen werden.

Häufig kommt es unter einer suffizienten Therapie nach wenigen Monaten zu einer Teilrekanalisierung der Venen. Die Dauer der Marcumar-Einnahme richtet sich nach der Ursache der Thrombose sowie nach entsprechenden Begleiterkrankungen.

Eine operative Entfernung der Thrombose ist im Wesentlichen auf den Bereich der Beckenvenen beschränkt. Ein Vorteil der operativen Thrombektomie ist nicht gesichert und nur speziellen Fällen vorbehalten.

Auch in diesem Bereich haben endovaskuläre Therapieverfahren in jüngster Zeit für aufsehenerregende Erfolge gesorgt. Mit ihrer Hilfe werden Lysetherapieverfahren in Kombination mit Ultraschallwellen, sowie Aufdehnen und Stentbehandlung von Engstellen eingesetzt - vor allem in den Beckenvenen. Allerdings ist diese Form der Therapie noch nicht etabliert und wird nur in wenigen Zentren durchgeführt.

Die Folge einer Thrombose kann ein das postthrombotisches Syndrom sein: Die Thrombose kann die Venenklappen zerstören. Dann können die Venen den Bluttransport nicht mehr ausreichend leisten. Das äußert sich in einer chronischen Schwellneigung, Bildung von Krampfadern, beginnender Hautverfärbung und im letzten Stadium mit der Entstehung von Geschwüren am Unterschenkel.

Die Therapie besteht in einer kontinuierlichen (lebenslangen) Kompressionstherapie, operativer Behandlung von Varizen und entsprechender Insuffizienzpunkte und eventuell auch dauerhafter Gabe von Marcumar..

Weitere Informationen

Aktionsbündnis Thrombose

Durch die steigende Zahl von Menschen mit Diabetes vergrößert sich die Anzahl der Patienten mit Niereninsuffizienz.

Diese Patienten benötigen vorübergehend oder auf Dauer eine Dialysetherapie (Blutwäsche). Um die notwendigen multiplen Punktionen der Blutgefäße an den Armen zu ermöglichen, gibt es spezielle Operationstechniken.

Bei der OP verbindet man eine Armvene mit einer Armarterie, vorzugsweise am Handgelenk (Cimino Shunt). Das Flussvolumen in der Vene nimmt dadurch zu und die Venenwand  passt sich an den erhöhten Druck an.

Nach einigen Wochen kann die Vene mehrfach in der Woche in der Dialyse punktiert werden, ohne dass sich das Gefäß entzündet oder verschließt.

Diagnostik

Klinische Untersuchung: Zunächst klären wir ab, ob die Durchblutung der Hand ausreicht, wenn ein Teil des Blutvolumens durch den Shunt abgezogen wird.

Duplexuntersuchung: Diese Untersuchung ermöglicht ein sogenanntes Venenmapping. Damit schätzen wir alle infrage kommenden Shuntvenen auf ihren Durchmesser und ihre Abflussverhältnisse ein. Das ermöglicht eine sehr genaue Planung bereits vor der OP.

Phlebografie/Angiografie: In bestimmten Fällen ist eine weitere Diagnostik mithilfe von Kontrastmitteln erforderlich, um mehr Informationen über die zentraler liegenden Gefäße zu erhalten.

Therapie

Wo erfolgt der Eingriff?

Oberstes Ziel ist, dass  die Shuntvene möglichst lange funktioniert. Dabei ist eine lange Punktionsstrecke von Vorteil. Man beginnt also mit einer Shuntvenen-Operation immer im Bereich des Handgelenks, wenn die betreffenden Gefäße dafür geeignet sind. Wenn sich nach einigen Jahren der Shunt verschließen sollte, kann man einige Zentimeter Richtung Oberarm wandern und dort eine neue Verbindung anlegen. Manchmal muss man bereits in der Ellenbeuge mit der Erstoperation beginnen und hat naturgemäß nicht mehr ganz so gute Bedingungen für die Punktion.

Nach der Operation

Nach der Operation benötigt der Shunt vier bis sechs Wochen, um zu „reifen“. Erst dann hat die Venenwand die nötige Dicke und die Vene den erforderlichen Durchmesser, um gefahrlos eine regelmäßige Punktion vorzunehmen.

Regelmäßige Kontrolle

Bei der Dialyse werden die Strömungsverhältnisse während der Blutwäsche genau beobachtet und kontrolliert. Sollten dabei Unregelmäßigkeiten oder Fehlfunktionen auftreten, muss unverzüglich die Shuntvene durch den Shuntchirurgen kontrolliert werden. Gegebenenfalls wird bei Verengungen oder Verschlüssen der Shuntvene „nachgebessert“  oder repariert. Die Nachbesserung kann sehr elegant über eine Katheterdilatation erreicht werden. Dabei schiebt der Radiologe einen Ballon in den verengten Anteil der Shuntvene und stellt dort die Funktion mit einer Aufdehnung wieder her.

Kunststoffprothese

Die natürlichen körpereigenen Gefäße bieten normalerweise die besten Voraussetzungen. In einigen Fällen bei nicht vorhandenem Venenmaterial muss eine Kunststoffprothese eingebaut werden, die dann ebenfalls punktiert werden kann. Hier sind die mittel- und langfristigen Ergebnisse nicht so gut.

Demerskatheter

Eine Alternative zum operativ angelegten Shunt ist die Implantation eines Katheters über eine Halsvene in die obere Hohlvene. Diese Katheter lassen sich zwar gut dialysieren, es besteht aber eine relativ hohe Komplikationsrate. Sekundären Infektionen können auftreten. Daher werden diese Katheter nur vorübergehend implantiert, bis ein operativ angelegter Shunt punktionsfähig ist. Manchmal muss ein solcher Katheter jedoch auf Dauer liegen bleiben.

Die Behandlung von chronischen Wunden hat sich in den letzten Jahren wesentlich geändert und weiter entwickelt.

Die Behandlungsmethoden wurden durch neue  Entwicklungen von differenzierten Wundauflagen wesentlich erweitert. Dazu beigetragen hat eine intensive Grundlagenforschung über die Entstehung der Wundheilungsstörungen.

Am Anfang der Therapie: Gefäßdiagnostik und Gefäßversorgung

Die Gefäßversorgung steht im Mittelpunkt der Wundheilung. Vorrangiges Ziel ist:

  • die Versorgung des Gewebes mit sauerstoffreichem Blut durch die Arterien zu verbessern ( z. B. über einen Bypass).
  • den Abfluss des venösen Blutes zu optimieren (bei einem fortgeschrittenen Krampfaderleiden durch Entfernen dieser krankhaften Venenabschnitte).

Bei krankhaften Veränderungen der Gefäße werden diese zuerst behandelt, erst danach beginnt die differenzierte Wundtherapie:

Die Wundtherapie

  • Behandlung von infizierten Wunden durch Antibiotika
  • Säuberung der Wunden entweder chirurgisch, durch Ultraschall oder „biologisch“ (Madentherapie)
  • Konditionierung (Vorbereiten) der Wunden auf eine Hautransplantation durch eine Vakuumsaugung oder eine Elektrotherapie (Verabreichung von Gleichstromreizen)
  • Feuchte Wundbehandlung durch moderne Wundauflagen, die die Wunde nicht austrocknen lassen
  • Hautverpflanzung von Spalthaut bei größeren Hautdefekten
  • Kompressionstherapie durch Kompressionswickel-  oder Strümpfe
  • Orthopädische Schuhversorgung

Wundsprechstunde

Sowohl Patienten und Behandler müssen dafür viel Geduld mitbringen. In unserer Wundsprechstunde arbeiten ausgebildete Wundschwestern Hand in Hand mit dem Arzt, um für die Patienten ein optimales Ergebnis zu erzielen.

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