Priv.-Doz. Dr. med. Julia Seeger

Priv.-Doz. Dr. med.
Julia Seeger

Leitende Ärztin

Behandlung von Herzklappen-Fehlern

Welche Herzklappen-Fehler gibt es?

  • Insuffizienz: die Herzklappe ist undicht, das Blut kann wieder zurückfließen
  • Stenose: die Herzklappe ist verengt, weniger Blut wird vom Herzen vorwärts gepumpt oder nur unter erhöhten Anstrengungen

Was ist Mitralklappen-Insuffizienz und wie wirkt sie sich aus?

Die Mitralklappe befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Bei einer hochgradigen Undichtigkeit fließt das Blut wieder zurück in den linken Vorhof und steht damit nicht dem Körperkreislauf zur Verfügung. Symptome dafür sind Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Schwäche und allen voran Luftnot unter Belastung.

Wie wird sie diagnostiziert?

Eine Mitralklappen-Insuffizienz kann über die Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie) festgestellt werden.

Die Therapie: die MitraClip-Methode

Bei Patienten mit einer hochgradigen Undichtigkeit (Insuffizienz) der Mitralklappe kann die MitraClip-Therapie angewendet werden.

Die Mitralklappe besteht aus zwei Segeln. Bei einer hochgradigen Undichtigkeit können die beiden Segel – ähnlich wie bei einem undichten Ventil – nicht mehr zwischen den beiden Herzkammern abdichten. Mit dem MitraClip werden diese beiden Segel zusammen geheftet, sodass die Undichtigkeit erheblich reduziert wird.

Ob dieses Verfahren eingesetzt werden kann, wird durch eine genaue Beurteilung der beiden Segel der Mitralklappe mittels einer Schluckecho-Untersuchung (transösophageale Echokardiografie) festgestellt.

Wie wird der MitraClip eingesetzt?

Dieser Eingriff (MitraClip) erfolgt mittels Schluckecho (transösophageale Echokardiografie), der Eingriff wird in einer Vollnarkose durch den Anästhesisten (Narkosearzt) durchgeführt. Über die Leiste wird der MitraClip mit einem speziell steuerbaren Katheter in den linken Vorhof eingebracht. Er zieht nach Platzierung die beiden Segel zusammen. In ausgeprägten Fällen kann ein zweiter oder selten auch ein dritter MitraClip nebeneinander eingesetzt werden, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

Was sind die Vorteile?

Neueste Studien haben gezeigt, dass bei einer hochgradigen Mitralklappen-Insuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer durch die MitraClip-Therapie die Häufigkeit stationärer Krankenhausaufenthalte aufgrund einer dekompensierten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erheblich reduziert wird. Zudem wird die Überlebensprognose auf lange Sicht erheblich verbessert.

Was ist eine Aortenklappen-Stenose und wie wirkt sie sich aus?

Der häufigste Herzklappen-Fehler ist eine Verengung (Stenose) der Aortenklappe. Die Aortenklappe ist eine Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta). Eine Verengung dieser Herzklappe führt zur Luftnot (Dyspnoe), Schmerzen auf dem Brustkorb (Angina pectoris) und zur Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Wie wird sie diagnostiziert?

Mit Herz-Ultraschall (Echokardiografie) kann der Schweregrad der Verengung und die Pumpleistung der linken Herzkammer untersucht werden.

Wie wird sie behandelt?

Bei einer schweren Verengung der Herzklappe kann diese in dringlichen Fällen mit einem durch die Leiste eingebrachten Ballon geweitet werden (Klappendilatation oder Klappensprengung, Valvuloplastie).

Nachhaltiger ist der Ersatz der verengten Herzklappe durch eine neue Herzklappe.

Neue Herzklappe: Perkutaner Aortenklappen-Ersatz (TAVI) bei hochgradiger Aortenklappen-Stenose

Vorteilhafter und schonender ist es für Patienten häufig, eine neue Herzklappe durch die Kathetertechnik über die Leiste zu erhalten als durch eine offene Herzoperation. Die Kardiologie des Medizin Campus Bodensee bietet diese Möglichkeit in Kooperation mit der SANA Herzchirurgie in Stuttgart an. Prof. Dr. Wöhrle (Chefarzt) oder Privatdozentin Dr. Seeger (Leitende Ärztin der Sektion Interventionelle Kardiologie und strukturelle Herzerkrankungen) behandeln Sie persönlich.

Schutz vor Schlaganfall

Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Herzklappentherapie ist neben dem Einsatz modernster Herzklappen vor allem der Schutz vor einem Schlaganfall ein wesentlicher Schwerpunkt in der Behandlung. Die Herzklappen werden ausschließlich in Kombination mit einem speziellen Filtersystem eingesetzt, das abgeschwemmte Verkalkungen und Partikel der alten Herzklappe abfängt.

Zahlreiche eigene wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass das Risiko eines Schlaganfalles um 60 bis 70 % gesenkt werden kann durch die Verwendung des Filtersystems. Wir legen sehr hohen Wert darauf, dass dieses Schutzsystem zur Verhinderung eines Schlaganfalls bei möglichst allen Patienten eingesetzt wird, die eine neue Herzklappe in Kathetertechnik erhalten.

Was ist eine Mitralklappen-Stenose und wie wirkt sie sich aus?

Die Mitralklappen-Stenose ist eine Verengung der Mitralklappe. Sie kann Folge eines rheumatischen Fiebers sein oder auch nach einer Herzklappen-Entzündung (Endokarditis) auftreten. Dabei kann das Blut aus dem linken Vorhof nur mit erschwertem Aufwand in die linke Herzkammer gelangen. Symptome dieses Herzklappen-Fehlers sind Leistungsschwäche und Luftnot unter Belastung.

Wie wird sie diagnostiziert?

Mit einer Ultraschall-Untersuchung des Herzens kann die Mitralklappen-Stenose nachgewiesen werden (Echokardiografie und transösophageale Echokardiografie).

Wie wird sie behandelt?

Durch einen speziellen Ballonkatheter, der über die Leiste eingebracht wird, kann die Verengung bei vielen Patienten beseitigt werden.

Videos zur Mitralklappen-Insuffizienz und der MitraClip-Therapie
Was ist Mitralklappen-Insuffizienz?
Wie kann Mitralklappen-Insuffizienz behandelt werden?
Wie funktioniert dei MitraClip-Therapie?

Mit freundlicher Genehmigung der Abbott Medical GmbH.

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